Erwartungen des ADAC an die zukünftige Landesregierung Sachsen-Anhalts

Die verkehrspolitischen Herausforderungen in Sachsen-Anhalt sind vielfältig – vom Erhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur über die Stärkung der Verkehrssicherheit bis hin zur Digitalisierung und der Transformation des Verkehrssektors. Gleichzeitig unterscheiden sich die Anforderungen eines Flächenlandes grundlegend von denen verdichteter Ballungsräume. Eine zukunftsfähige Mobilitätspolitik muss diesen Besonderheiten Rechnung tragen und die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt stellen.

Aus den im ADAC Impulspapier dargestellten Herausforderungen und Handlungsfeldern leitet der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt zehn zentrale Impulse und Forderungen für die Verkehrspolitik der kommenden Legislaturperiode ab. Sie zeigen auf, welche politischen Weichenstellungen erforderlich sind, um Mobilität in Sachsen-Anhalt langfristig sicher, leistungsfähig, bezahlbar und nachhaltig zu gestalten.

  • Verkehrssicherheit muss bei allen verkehrspolitischen Entscheidungen mitgedacht werden. Unfallhäufungsstellen, kritische Knotenpunkte und Alleenstraßen sollten prioritär entschärft sowie Präventions- und Bildungsangebote weiter gestärkt werden. Zudem sollte die Verkehrserziehung an Sachsen-Anhalts Schulen den Herausforderungen im Straßenverkehr noch stärker gerecht werden.

  • Der Ausbau der Ladeinfrastruktur sollte insbesondere dort erfolgen, wo heute Versorgungslücken bestehen. Gleichzeitig braucht es faire Ladepreise, verlässliche Rahmenbedingungen und Technologieoffenheit, damit klimafreundliche Mobilität breite Akzeptanz findet.

  • Digitale Verkehrssteuerung, moderne Mobilitätsplattformen und vollständig digitalisierte Planungs- und Genehmigungsverfahren können Mobilität effizienter gestalten und Infrastruktur schneller zur Wirkung bringen. Voraussetzung ist eine flächendeckende digitale Infrastruktur.

  • Investitionen in den Radverkehr sollten sich an Verkehrssicherheit, Netzlückenschlüssen und dem tatsächlichen Mobilitätsbedarf orientieren. Sichere Verbindungen zu Schulen, Arbeitsplätzen und Bahnhöfen erhöhen die Attraktivität des Radverkehrs nachhaltig.

  • Mobilität muss für alle Menschen bezahlbar bleiben. Die Landesregierung sollte deshalb die Auswirkungen neuer Maßnahmen auf die Mobilitätskosten systematisch berücksichtigen und ökologische, wirtschaftliche sowie soziale Ziele gleichermaßen in Einklang bringen.