Die Geschichte unseres Regionalclubs

Es beginnt in Stuttgart. Auf Einladung des dortigen Radfahrervereins treffen sich am 24. Mai 1903 im Hotel „Silber“ 25 Motorradfahrer und gründen die „Deutsche MotorradfahrerVereinigung“ (DMV), weil – wie es in der Gründungsurkunde heißt – „das Motorrad sich mehr und mehr zum rationellsten Fortbewegungsmittel für den einzelnen entwickelt“ hat und das Ziel ist, „die großen Vorzüge des Motorrades in öffentlichen Concurrenzen vor aller Welt zu demonstrieren“.

Im Norden betrachtet man diese Entwicklung mit großem Interesse. Schon im November wird der damalige Prokurist und spätere Generaldirektor der Continental-Gummiwerke Hannover, Wilhelm Tischbein, als Mitglied des Organisationskomitees benannt; außerdem ist überliefert, dass zu den ersten Gratisleistungen an die damaligen Mitglieder die Lieferung des Continental-Handbuches gehört.

1904: Start in Hannover und Erfurt

Auf der ersten Ordentlichen Hauptversammlung – dem „1. Deutschen Motorradfahrertag“ in Frankfurt am Main am 12. Mai – wird die noch heute bewährte Einteilung in Hauptverein und Gaue in den Satzungen verankert.

Einer dieser Gaue ist der Gau VI, Hannover-Braunschweig. Genauer Geburtstag für Niedersachsen ist der 6. August. An diesem Tag treffen sich insgesamt 25 Motorrad-Begeisterte, um im Hannoverschen Hof den Vorläufer des heutigen ADAC – den DMV – für die Region Hannover-Niedersachsen zu gründen.

Das Gaugebiet umfasst die Provinz Hannover, die Herzogtümer Braunschweig und Oldenburg und die Stadt Bremen. Die anwesenden Motorradfahrer wählen den Prokuristen Adolf Brockhaus zu ihrem Vorsitzenden.

1905:

Ein Jahr nach Einführung der Zuverlässigkeitsfahrt steht der Gau VI mit drei Motorsportveranstaltungen an der Spitze der deutschen Gaue. Von Stuttgart zieht die Zentrale des Clubs nach München in die Königinstraße und freut sich über das 10.000. Mitglied.

1908: Neuer Gau in Sachsen-Anhalt

Ein eigener Gau wird mit der Nummer IIb und dem Namen Provinz Sachsen in Magdeburg gegründet. Nur kurze Zeit später nennt er sich dann in Gau IIb Provinz Sachsen-Anhalt um.

Die Genehmigung für die Trennung wird vom Präsidium im Juli erteilt und so findet am 16. August der erste Gautag des Gaues IIa, welcher sich nunmehr Gau Provinz Sachsen-Anhalt nennt, in Dessau statt. Zu diesem Zeitpunkt oder bei dieser Tagung wird auch die Bezeichnung von II und IIa geändert. Denn Berichte über die Gautage zeigen sowohl beim Gau Thüringen schon die Bezeichnung IIa als auch beim Gau Provinz Sachsen-Anhalt die Bezeichnung IIb.

Am Geburtstag des Gaues tritt auch der im März gegründete Naumburger Automobil-Club, unter der Führung des in dortigen Kreisen unvergesslichen Ernst Heinicke, in die Reihen der Ortsgruppen des ADAC ein.

Wer wagt, gewinnt: So genannte Grenzkarten, die zur zollfreien Fahrt ins Ausland berechtigen, werden kostenlos an die Mitglieder abgegeben. Das ist zwar zunächst recht teuer, aber die Mitgliederzahl steigt letztendlich auch durch diese Maßnahme.

Der ADAC im Ersten Weltkrieg

1914:

Die letzte große Sportveranstaltung in diesem Schicksalsjahr ist die „Winterfahrt im Harz für Motorräder und Wagen“ am 1. und 2. Februar. Dann kommt der Krieg: „Es galt vor allem, dem Heere mit allem was Motor hieß, an die Hand zu gehen, aber auch darüber hinaus den Mitgliedern im Felde und daheim nach Kräften beizustehen. Ein Unterstützungsfonds für notleidende Mitglieder wurde begründet und das schon längst geplante Freiwillige Motorfahrer-Korps geschaffen“.

Alle Mitglieder werden aufgefordert, „sich mit ihren Fahrzeugen zur Unterstützung der Behörden für Nachrichtenübermittlung, Verfolgung verdächtiger Flugzeuge usw. zu melden, mehrsitzige Kraftwagen zum Verwundetentransport, Schnelllastwagen für sonstige Heereszwecke freiwillig zur Verfügung zu stellen. Die Reparaturwerkstätten-Organisation des ADAC wurde den Heereszwecken dienstbar gemacht; Liebesgabentransportkolonnen ins Leben gerufen, dem Roten Kreuz und den Etappeninspektionen Freiwillige Automobil-Kolonnen (FAK) des ADAC e.V. beigegeben.

Verständnisvoll überwiesen die militärischen Behörden die sich als Kriegsfreiwillige meldenden Kraftfahrer dem ADAC. Auch der Gau II b stellte eine große Zahl seiner Mitglieder dem Vaterlande zur Verfügung“.

1915:

Damit die Pakete an die Front auch alle restlos befördert werden, bildet der ADAC freiwillige Automobil-Kolonnen zum Transport der Liebesgaben. Ihnen gibt man die Erlaubnis, mit ihren Fahrzeugen bis an die Front heranzufahren. „Jenes große und gute Werk haben die Kriegsteilnehmer unserem Gau und dem ADAC wohl nicht vergessen“.

Die 20er Jahre

1921:

Am 23./24. April hält der Gesamtclub seine zweite Hauptversammlung nach dem Krieg in Hannover ab. In diesem Jahr wird in Hannover der Motorsportclub Niedersachsen (MCN) gegründet, der lange Zeit die Geschicke des Gaues mitbestimmt. Männer wie Hermann Fulle, Richard Dörnke, Ferdinand Redecker, Richard Beeck, Alexander Wiemann und Rudi Läer, die in der Geschichte des Gaues eine maßgebliche Rolle spielen, kommen aus dem MCN.

34,9 Prozent der Pkw- und Motorradfahrer im Reich sind ADAC-Mitglieder. 

 

1924:

Am 20. Januar kommt es dann im „Nordischen Hof“ zu Bremen zur Gründung des neuen ADAC Gau Weser-Ems mit Sitz in Bremen und damit zur Abtrennung von Hannover.

Das hervorstechendste motorsportliche Ereignis dieser Zeit ist das erste Eilenriederennen für Motorräder in Hannover, das der MCN durchführt. Es findet dann alljährlich im März statt und entwickelte sich zum größten und bedeutendsten motorsportlichen Ereignis in Norddeutschland. Schon bald gewinnt es auch internationale Bedeutung.

1925:

Die Clubzeitschrift „Deutscher Motorradfahrer“ und später „Der Motorfahrer“ erhält ihren heutigen Namen „ADACmotorwelt“.

1926:

50.000 Mitglieder sind reichsweit im Club organisiert davon ca. ein Viertel Motorradfahrer. Der ADAC bringt das „Deutsche Autorecht“, die juristische Fachzeitschrift, auf den Markt.

1927:

Der ADAC beschließt, die Organisation des Straßenhilfsdienstes in Deutschland zu übernehmen. Anfangs werden Verträge mit externen Werkstatt-Partnern geschlossen. An den Schildern „ADAC-Hilfsstation“ sind die Partner erkennbar.

 

1929:

Der zu seiner Zeit sehr berühmte Komponist Peter Kreuder wird vom ADAC beauftragt, auf die Noten a, d a, und c einen ADAC-Marsch zu komponieren.

Der ADAC während der NS-Zeit

1933:

Mit der Machtübernahme durch Hitler und die Nationalsozialisten entsteht auch für den Gau VI eine völlig veränderte Lage. Bei der „Gleichschaltung“ des öffentlichen Lebens bleiben auch die Motorclubs nicht verschont. Doch zunächst scheint es nicht so. Bei der 30. ADAC Hauptversammlung im „Herrenhaus“ in Berlin am 19. Februar wird der Gauvorsitzende Hermann Fulle zum Präsidenten des Gesamtclubs gewählt; Dipl. Ing. Filser wird Vizepräsident, Ewald Kroth Sportpräsident.

 Im März empfängt der neue Reichskanzler das ADAC-Präsidium (Fuller, Filser, Kroth) zu einer längeren Unterredung, aus der die Repräsentanten des ADAC in dem Glauben herausgehen, der Bestand des Clubs sei in keiner Weise gefährdet, da Hitler dem ADAC seine Förderung und Unterstützung zusagt. Aber schon im Mai erlebt der ADAC immer mehr Einbrüche in seine Organisation durch das Nationalsozialistische Kraftfahrerkorps (NSKK), die zuerst auf eine Auflösung der örtlichen ADAC-Clubs hinzielen. Verzweifelt wehrten sich Hermann Fulle und sein Präsidium gegen alle Angriffe.

Eine der letzten „Kampfmaßnahmen“ war am 21. Juni die schlagartige Senkung der ADAC-Beiträge um ein Drittel. Aber die drohende Überleitung aller bestehenden Automobilclubs (ADAC, AvD, Deutscher Motorradfahrer-Verband, DTC, Nationaler Deutscher Automobilclub) durch die mächtige NS-Organisation in einem Einheitsautomobilclub unter der Bezeichnung. „Der Deutsche Automobil-Club“ (DDAC) lässt sich nicht aufhalten.

Am 27. September ernennt der neue Präsident der Obersten Nationalen Sportbehörde, NSKK-Obergruppenführer Adolf Hühnlein, den bisherigen ADAC-Präsidenten Hermann Fulle zum DDAC-Präsidenten. Ein scharfer Briefwechsel zwischen Fulle und Hühnlein beendet rasch die DDAC-Präsidentschaft Fulles. Am 22. Dezember bringen die Amtlichen Nachrichten die Mitteilung von der Ernennung Hermann Fulles zum „Rechtsrat des NSKK und DDAC für Kraftverkehr und Rechtsangelegenheiten“. Damit ist Hermann Fulle aus dem DDAC-Präsidium ausgebootet, von seiner Bestellung nimmt er niemals Gebrauch.

Der MCN besteht auch nach der „Gleichschaltung“ weiter – natürlich illegal. Ein kleines Grüppchen trifft sich als „Stammtisch“ im Wiener Café Continental, während des Krieges bei Fliegeralarm im Keller des Ladens von Alex Wiemann. Diese Stammtischrunde des MCN bildet dann nach dem Krieg die Keimzelle des wiedererstehenden ADAC-Gaues Niedersachsen.

Im Zuge der Gleichschaltung kann der Gau Provinz Sachsen-Anhalt zwar sein 25-jähriges Jubiläum feiern, gleichzeitig bedeutet dies aber auch das endgültige Ende dieses Gaus.

Die Nachkriegsjahre

1946:

Schon bald nach dem Kriegsende beginnt der nie ganz untergegangene ADAC-Gedanke wieder konkrete Gestalt anzunehmen. Im Frühjahr treffen sich Hermann Fulle, Richard Dörnke, Alexander Wiemann, Ferdinand Redecker, Georg Wiegel, Friedel Voigt und Albin Hunger in der Wohnung des ehemaligen DDAC-Geschäftsführers Illig (der noch in Kriegsgefangenschaft war) und beschließen die Wiedergründung des ADAC-Gaues Niedersachsen. Sie erarbeitet eine Satzung und wählen Hermann Fulle zum Vorsitzenden. Am 12. Juli schließt sich dieser Verein der ADAC-Gruppe Nordwest an, die sich in der britischen Zone in loser Verbindung mit der Zentrale in München gebildet hatte. All dies geschieht jedoch zunächst „inoffiziell“, da neben anderen Verbänden und Zusammenschlüssen auch der ADAC 1946/47 in der britischen Zone noch verboten ist.

Im selben Jahr gründet sich auch der ADAC Gau Hansa wieder. Es ist in keiner Quelle überliefert, ab welchem Zeitpunkt der nördliche Teil des späteren Bundeslandes Niedersachsen um Lüneburg, Stade und Winsen dem Gau Hansa zugeordnet wurde. Niedersachsen scheint jedenfalls seit Gründung als neues Bundesland innerhalb des ADAC dreigeteilt zu sein, die Mitglieder werden bis heute in dieser Konstellation betreut.

Im selben Jahr wird auch der Straßenhilfsdienst in Deutschland wieder aufgenommen, die ersten Patrouillenstrecken gibt es zwischen Hannover und Nienburg (Weser) sowie Hannover und Hamburg.

In der sowjetischen Besatzungszone werden keine Aktivitäten zur Gründung eines Automobilclubs zugelassen. Erst 1988 kann sich der ADAC in der DDR erstmals gründen.

1947:

Im Oktober werden die Mitglieder erstmals wieder schriftlich über Club-Neuigkeiten informiert. Die vierseitigen „ADAC-Mitteilungen“ erscheinen monatlich.  Exakt 7.235 Mitglieder zählt der ADAC bundesweit bereits im Jahr nach seiner Wiedergründung.

1948:

Erst als die britische Militärregierung das Vereinsverbot aufhebt, kann der ADAC in Hannover auch offiziell wieder ins Leben gerufen werden. Dies geschieht anlässlich einer Zusammenkunft der alten MCN-„Stammtischrunde“ im Frühjahr in der Gaststätte „Liebigs Ruh“ in Hannover, bei der auch der MCN wiedergegründet wird. Am 19. Juni erfolgt dann die Eintragung ins Vereinsregister. Nach der Währungsreform am 20. Juni ist der wiedererstandene Gau, da die Beiträge bereits zu Anfang des Jahres bezahlt worden waren, so gut wie mittellos. Obwohl man weiß, dass es ein Vabanquespiel ist, beginnen die Vorbereitungen für die erste sportliche Veranstaltung nach dem Krieg, ein Motorradrennen auf der Radrennbahn am Pferdeturm in Hannover. Und man hat Glück: Bei gutem Wetter und gutem Besuch wird die Veranstaltung ein voller Erfolg. Der Reinerlös reicht bis zum Eingang der nächsten Mitgliederbeiträge.

Die erste Hauptversammlung des Gesamtclubs, der damals nur aus den Gauen in der amerikanischen und britischen Zone besteht (in der französischen Zone erfolgt die Zulassung erst etwas später) findet am 3. September  in München statt. Dabei wird der letzte ADAC-Präsident vor Auflösung des Clubs, Hermann Fulle, zum Ehrenpräsidenten ernannt. Touristik-Referent wird der Hannoveraner Richard Dörnke, der sein Amt bis 1954 wahrnimmt.

Im September erscheint mit der „Motorwelt“ wieder das alt-bekannte ADAC-Organ.

1949:

Auf dem Gebiet der Touristik werden mit der Reiseroutenausarbeitung, der Ausgabe von Triptiks und Carnets die alten ADAC-Leistungen wieder aufgenommen. Außerdem stellt der Gau Niedersachsen als einziger Grenzzollvormerkscheine aus.

Die erste Hauptversammlung des Gesamtclubs nach dem Zweiten Weltkrieg findet am 6. Oktober in Köln statt.

Der ADAC in den 50er Jahren

1950:

Auf der Jahreshauptversammlung am 15. Januar in Hannover legt Hermann Fulle aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als 1. Vorsitzender nieder. Die Versammlung wählt ihn einstimmig zum Ehrenvorsitzenden des Gaues. Sein Nachfolger wird Richard Beeck.

Ende des Jahres hat der Gau 4.016 Mitglieder. Es gibt auch wieder eine Gauzeitschrift, die „Autowelt“. Im Vorjahr noch ein bescheidenes Blättchen, das als Rundbrief versendet wird, ist sie jetzt bereits „ein repräsentatives Blatt, das in der großen Öffentlichkeit gelesen und beachtet werde“ – wie die Dezemberausgabe mit Stolz berichtet.

Und dann sieht Hannover endlich auch wieder ein Eilenriederennen – am 30. April. Es wird eine glanzvolle Veranstaltung: Über 100.000 Besucher, darunter der niedersächsische Ministerpräsident Hinrich Wilhelm Kopf, erleben neue Rekorde am laufenden Band und das packende Duell der beiden Motorradasse Heiner Fleischmann und Georg Meier.

1951:

Der Gesamt-ADAC richtet den Auslandshilfsdienst (d. h. kostenloser Fahrzeugrücktransport aus dem Ausland zur jeweils nächsten Grenzstation) ein.

Die erste Jahresgabe nach dem Zweiten Weltkrieg ist eine farbige Deutschlandkarte.

1952:

Der spätere Vorsitzende des ADAC Niedersachsen, Wolfgang E. Moebius, wird auf der Hauptversammlung des Gesamtclubs zum Motorbootreferenten gewählt und hat das Amt seitdem mehrere Jahrzehnte inne.

Zu dem ersten ADAC-Motorbootrennen in Hannover wagt sich der Gau auch ins „nasse Element“. In der „Autowelt“ vom 15. Oktober 1952 lesen wir: „Das erste hannoversche Motorbootrennen auf dem Maschsee war ein verheißungsvoller Auftakt für die Arbeit des ADAC auf diesem Gebiet. Wenige Wochen vorher erließ ADAC-Sportpräsidenten Jules Köther. Er erklärte den Wiedereintritt des ADAC in den neugegründeten Deutschen Motoryachtverband und berichtete, dass der Hauptsportabteilung in München ein Sachreferat Motorboot angegliedert wurde.“

 

1954:

Am 2. Mai wird die „ADAC-Straßenwacht“ offiziell gegründet. Von den 60 Straßenwachtgespannen, die anlässlich der Jahreshauptversammlung des Gesamtclubs in Stuttgart der Öffentlichkeit übergeben werden, nehmen fünf am 9. Mai ihre Tätigkeit in Niedersachsen auf. Übrigens: Die erste Hilfeleistung wird einem Motorrollerfahrer zuteil, der auf der B 3 in der Nähe von Schillerslage eine Panne hat.

Der ADAC trägt dazu bei, dass im neuen Verkehrs-Finanz-Gesetz die drei Verkehrssteuern teilweise zweckgebunden und die Kfz-Steuer um 20 % herabgesetzt werden.

1955:

 

Der Sportleiter des ADAC Niedersachsen, Joachim Tietsch, fährt zusammen mit einem Begleiter mehrere Tausend Kilometer durch Europa, um zu testen, ob man derartige Distanzen auch in Form einer Rallye bewältigen kann.

1956:

Der Juni ist ein stolzer Monat in der Geschichte des Gaues Niedersachsen. Nachdem die Gaugeschäftsstelle jahrelang in den oberen Räumen einer Tankstelle in der Adolfstraße in Hannover untergebracht war, kann jetzt das neue Verwaltungsgebäude und Clubheim an der Hindenburgstraße in Hannover eingeweiht werden, das der Gesamtclub für den Gau gebaut hatte.

1957:

 

Die Fahrer der gelben ADAC-Straßenwachtgespanne erwiesen sich nicht nur bei Fahrzeugdefekten als rettende Engel der Landstraßen. Das beweist ihr Tagebuch, aus dem folgende Kuriositäten stammen:

Lkw mit 20 Tonnen Zucker umgekippt. Verkehr geregelt. Abschleppdienst besorgt. 10 Mann vom Gefängnis zum Umladen besorgt.

Bewohner vom Nachbardorf eingefangen, weil er einen Sack Zucker gestohlen hatte, selbigen der Polizei übergeben.

Fahrer sagt, Öl läuft aus. Nichts am Motor festzustellen. Ich nehme Motorverkleidung im Führerhaus los. Was liegt unter der Polsterung? Ein Kilo Butter im Schmelzzustand.

Ehefrau des Fahrzeughalters wurde von diesem auf der Autobahn ausgesetzt. Auf Bitten der Frau nachgefahren und bei Weilsweiler gestoppt. Ehegatten durch gute Worte zur Umkehr bewegt.

Zum wiederholten Male an der Autobahn bei Hämelerwald entlaufende Kühe von der Fahrbahn getrieben. War nicht leicht! Möchte Sonderausbildung als Cowboy anregen. (Gelesen in der „Autowelt“ Nr. 9/1957).

 

1958:

Der ADAC erfindet den Auslands-Schutzbrief mit Absicherung der Mitglieder in vielen Ländern Europas, später auch weltweit. Die „Leseratten“ freuen sich über die Gründung der ADAC Verlag GmbH.

Die Straßenwacht baut Funkgeräte in ihre Maschinen ein. Von nun an werden die Gelben Engel gezielt an ihre Einsatzorte dirigiert.

1959:

Die Internationale Rallye Niedersachsen ist der sportliche Höhepunkt des Jahres. Diesmal geht es über 5.565 Kilometer durch den europäischen Südosten bis nach Istanbul. Am Schluss wird aber der Wunsch geäußert, ihr in Zukunft wieder den ursprünglichen und zutreffenderen Namen „Tour d´Europe“ zu geben.

Einführung der ADAC-Informationszentrale. Die Straßenwacht meldet eine Million Hilfeleistungen, in den ersten fünf Jahren ihres Bestehens.

Der ADAC in den 60er Jahren

 

1961:

Im Juli bekommt die Gauzeitschrift einen neuen Namen und ein neues Gesicht. Der alte Name „Autowelt“ hatte nämlich immer Anlass zur Verwechslung mit der „Motorwelt“, der Zeitung des Gesamtclubs, gegeben. In ihrer letzten Ausgabe vom 22. Juni kündigt die „Autowelt“ ihren Nachfolger an, das „ADAC-echo Niedersachsen“.

1963:

Im Frühjahr lösen die ersten Pkw die bis dahin eingesetzten Motorräder ab. Der Siegeszug des Wolfsburger Käfers hält auch bei der Straßenwacht Einzug.

„Bloß gut, dass es die Straßenwacht gibt!“ Über diese Anerkennung aus kompetentem Mund freut sich Straßenwachtfahrer Albert Tolle ganz besonders, denn der „Kompetente“ ist kein Geringerer als Bundesverkehrsminister Seebohm, dem Tolle auf der Autobahn Hannover-Hamburg bei einer Reifenpanne geholfen hatte.

Der ADAC beginnt zudem mit der Kfz-Diagnose. Die Überprüfung von Bremsen, Reifen und Tachometern findet zunächst in Zelten statt.

1965:

Zum ersten Mal findet am 17. Februar eine Tagung der Verkehrsreferenten aus den Ortsclubs statt. Der Gauvorsitzende Dr. Moebius begrüßt die 30 Teilnehmer und erklärt, die Abteilung Verkehr sei inzwischen zur umfangreichsten in der Gaugeschäftsstelle geworden, „das zeige ihre große Bedeutung innerhalb des ADAC“.

Schallmauer durchbrochen: Eine Million Mitglieder zählt der Club erstmals, täglich treten fast 1.000 neue Mitglieder ein. Darunter sind auch so prominente Mitbürger wie der Nobelpreisträger Heinrich Böll, der Unternehmer und Olympiasieger Josef Neckermann, TV-Liebling Willy Millowitsch oder Politiker wie Willy Brandt, Helmut Schmidt und Franz-Josef Strauß.

1966:

 

Eine neue große ADAC-Aktion, die sich zu einer ständigen Einrichtung entwickeln sollte, ist der Städtewettbewerb „Sicherheit dem Fußgänger“. Im ADAC-echo 12/66 lesen wir: „Ausgerechnet der ADAC, die größte Kraftfahrerorganisation des Kontinents, hat einen Städtewettbewerb ausgeschrieben, um die besten Sicherheitsmaßnahmen für Fußgänger zu prämieren. Insgesamt 56 Gemeinden und Städte mit 5.000 bis 50.000 Einwohnern haben in Niedersachsen an dieser Aktion teilgenommen, die unter der Schirmherrschaft des Niedersächsischen Ministers für Wirtschaft und Verkehr, Karl Möller, stand“.

Der ADAC sorgt sich um die Gesundheit der Mitglieder und startet die erste Impfaktion gegen Tetanus in Deutschland.

1967:

Seit Mitte des Jahres wird nach einem Beschluss des Vorstands das ADAC-echo als Clubzeitschrift allen Mitgliedern frei Haus geliefert. 

1969:

Als dritte Stadt im Gau Niedersachsen erhält im Sommer nach Hannover und Braunschweig auch Göttingen einen Stadtpannendienst. ADAC-Präsident Hans Bretz kommt zur Eröffnung und erklärt, die Straßenwacht werde in den nächsten Jahren so weit ausgebaut, dass die „Gelben Engel“ ihre Tätigkeit bis in den letzten Winkel des bundesdeutschen Straßennetzes ausdehnen können.

Der ADAC Gau Niedersachsen setzt zum ersten Mal während der sommerlichen Hauptreisezeit Flugzeuge zur Verkehrsbeobachtung ein. Das ADAC-echo berichtet: „Gemeinsam mit der Polizei hat der ADAC einen Luftbeobachtungsdienst durchgeführt und den Straßenverkehr auf Autobahnen und Hauptverkehrstrassen verfolgt. Durch laufende Informationen, die über Funk an die Polizeistationen an den Autobahnen und an den ADAC-Notruf durchgegeben oder aber direkt an das UKW-Programm des Norddeutschen Rundfunks für Verkehrteilnehmer eingeblendet wurden, konnte dazu beigetragen werden, ein Verkehrchaos auf unseren Straßen zu verhindern“.

 

Die beiden vom ADAC gecharterten Flugzeuge vom Typ Cessna 182 „ADAC 6“ und „ADAC 7“ starten vom Flughafen Hannover-Langenhagen. An Bord sind neben dem Piloten jeweils ein Vertreter des ADAC und ein Polizeibeamter. Das Einsatzgebiet reicht bis Braunschweig im Osten, Werratal im Süden, Bad Eilsen im Westen und zum Walsroder Autobahndreieck im Norden.

Der ADAC in den 70er Jahren

1970:

Angesichts der steigenden Unfallzahlen auf den Straßen und der Erkenntnis, dass viele der tödlich Verletzten noch am Leben sein könnten, wenn ihnen rechtzeitig ärztliche Hilfe zuteil geworden wäre, hat der ADAC die Initiative zu einem groß angelegten Rettungssystem ergriffen. Am 1. November wird in München der erste Rettungshubschrauber namens „Christoph“ in Betrieb genommen.

 

1972:

Es folgt die Indienststellung von zwei weiteren Hubschraubern in Köln und Frankfurt und dann „Christoph 4“ in Hannover. Er hatte bereits 75 Einsätze geflogen, als er am 8. November von Bundesinnenminister Genscher in Anwesenheit des ADAC-Präsidenten Stadler offiziell seiner Bestimmung übergeben wird.

Seit dem 24. Juli hat der Gau Niedersachsen einen Verkehrsübungsplatz. Geschaffen wurde der Platz vom ADAC Niedersachsen, der Landesverkehrswacht Niedersachsen und dem Technischen Überwachungsverein (TÜV) Hannover, die sich im Vorjahr zum Verein „Verkehrsübungsplatz Hannover“ e. V. zusammen geschlossen hatten. Der Platz befindet sich auf dem Messeparkplatz Süd-Ost und umfasst zunächst ein Straßennetz von 1,2 Kilometer Länge mit allen dazugehörigen Einrichtungen wie Kreuzungen, Einmündungen, Parkstreifen, Signalanlage und Fußgängerüberwegen sowie einem Übungshof zum Anfahren, Halten, Rückwärtsfahren, zu Park- und Lenkübungen und zum Slalom- und Spurfahren (Die Anlage wurde in den kommenden Jahren noch erweitert und ausgebaut, musste später aber der Weltmesse EXPO 2000 weichen).

 

1974:

Im Rahmen der in diesem Jahr vollendeten zweiten Ausbaustufe des Verkehrsübungsplatzes Hannover wird auch eine Gleitplatte für Sicherheitstraining fertig gestellt. Daher kann der Gau auch mit speziellen Kursen für Sicherheitstraining beginnen.

Mit der Einführung des Tourenpakets erhalten die Mitglieder wertvolle Hilfeleistungen und Unterstützung für ihre Urlaubsreisen: Kostenlose Reisekarten, Stadt- und Länderführer sowie aktuelle Reiseinformationen.

Nach ersten Tests im Vorjahr startet der ADAC zu Jahresbeginn seine Sicherheitstrainings für Pkw-Fahrer.

1977:

 

Fünf Millionen Mitglieder hat der Club im Mai erreicht. Das ist ein Zuwachs von 750.000 Mitgliedern innerhalb eines Jahres, rund 2.000 Kraftfahrern am Tag.

1978:

Der ADAC Niedersachsen beteiligt sich als ideeller Träger an der „Auto, Boot, Freizeit“ (ABF) auf dem Messegelände in Hannover. Diese Messe wächst in der Zwischenzeit zur Größten ihrer Art in Norddeutschland heran.

Gründung der ADAC-Rechtsschutz Versicherungs-AG. Die eigene Rechtsschutzversicherung soll den Mitgliedern die Möglichkeit geben, ohne Angst vor entstehenden Kosten ihr Recht gegenüber Autoherstellern, Händlern, Behörden oder Unfallgegnern durchzusetzen.

Start des Sicherheitstrainings für Motorradfahrer.

1979:

Ebenfalls in Braunschweig wird mit finanzieller Unterstützung des Wirtschaftsministeriums sowie der Stadt Braunschweig der Verkehrsübungsplatz Waggum am Flughafen eingerichtet.

Der ADAC in den 80er Jahren

1980:

Das niedersächsische Kabinett, dass der Rettungshubschrauber „Christoph 19“ in Uelzen schon in diesem Jahr und nicht erst in zwei Jahren seinen Betrieb aufnehmen soll. Nach einer Einführungsphase durch die Polizei übernimmt der ADAC die Station.

Auf seiner Hauptversammlung stellt der Club die Studie „Freizeit 2000“ vor, in der die Auswirkungen des veränderten Freizeitverhaltens der Zukunft untersucht wird. Die ADAC-Experten rechnen damit, dass die Menschen mehr Freizeit haben werden, womit sie Recht bekommen sollten.

1981:

Eine fast 20 Jahre lange Ära geht zu Ende: Passat und Golf ersetzen den Straßenwachtkäfer.

Neuer Service: Sachverständige untersuchen kostengünstig Gebrauchtwagen für Mitglieder.

1982:

Kaufen und Tauschen von privat: In Hannover findet die erste ADAC-Schneekettenbörse statt. Ein Angebot, das der Club zwanzig Jahre lang fortführt.

Mit der Gründung der gemeinnützigen ADAC Luftrettung GmbH wird der Club der größte zivile Hubschrauber-Betreiber Deutschlands.

1984:

Erstmals gastiert die Deutsche Produktionswagenmeisterschaft, der Vorläufer der beliebten Tourenwagenserie DTM beim Flugplatzrennen in Wunstorf.

1985:

Der ADAC eröffnet in Wolfenbüttel mit „Christoph 30“ eine weitere Luftrettungsstation.

1986:

Die Flitzer der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft (DTM) erobern zum ersten Mal die Herzen der Zuschauer beim Wunstorfer Flugplatzrennen.

Premiere für die Motorrad-„Stauengel“: Den zermürbten Autofahrern, die an heißen Sommerwochenenden auf überfüllten Autobahnen verzweifeln, stellen der ADAC Niedersachsen und das Deutsche Rote Kreuz ihre Stauhilfeteams zur Seite.

Der ADAC Niedersachsen begrüßt in Hannover sein 500.000 Mitglied.

1987:

Die im vergangenen Jahr eingerichtete Info-Zentrale in Hannover wird komplett umgebaut und auf den neusten technischen Stand gebracht.

Die Gelben Engel erhalten eine leuchtend gelbe Sicherheitskleidung. Diese ersetzt nach und nach die orangefarbene Montur aus dem Jahre 1970.

1988:

Gelbe Engel helfen den Trabbis: Am 1. Oktober beginnt die ADAC-Pannenhilfe auf den DDR-Autobahnen mit 15 Fahrzeugen. Ein Abkommen erlaubt der ADAC-Straßenwacht, liegen gebliebene Fahrzeug auf den Transitautobahnen direkt am Pannenort zu reparieren. Die VW-Passat werden von DDR-Pannenhelfern gefahren, die vom ADAC geschult wurden. In den ersten zehn Monaten kann 50.000 Kraftfahrern geholfen werden.

Beim hannoverschen Schützenfest rollt als Zeichen des Protestes gegen die Erhöhung der Mineralölsteuer auch ein ADAC-Festwagen mit, sein Motto:“ Das Auto – die Melkkuh“.

Der ADAC Niedersachsen erwirbt ein Hanomag-Kommißbrot und baut es originalgetreu zu einem Straßenhilfsdienstfahrzeug um.

1989:

Die Grenze öffnet sich: An der Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt verteilt der Club kostenlos Straßenkarten der Bundesrepublik. Ein Informationsbüro bietet zeitweise Hilfe rund um die Uhr an.

In Bad Harzburg findet das erste Oldtimertreffen des ADAC Niedersachsen statt. Hundert Besitzer von zwei- und vierrädrigen Veteranenfahrzeugen nehmen an der Rundfahrt durch das Harzvorland teil. Kein Oldtimer ist dabei jünger als 29 Jahre. Später sollte in den abwechselnden Austragungsorten Bad Pyrmont, Goslar und Celle die Teilnehmerzahl auf jeweils rund 250 steigen.

Der ADAC in den 90er Jahren

1990:

DDR-Fahrzeuge sind erstmals im Motorsport präsent. Beim Flugplatzrennen in Wunstorf starten Tourenwagenfahrzeuge und die „DDR Formel Easter“.

Der ADAC verfügt ab Frühjahr über eine mobile Trainingsanlage, um sie für das Pkw-Sicherheitstraining landesweit einzusetzen.

Die erste provisorische Geschäftsstelle wird in Magdeburg im historischen ADAC-Doppeldeckerbus eingerichtet.

Gründung des „ADAC in der DDR“. Nach und nach werden die hier üblichen ADAC-Leistungen auch den Neumitgliedern angeboten. Bald wird der DDR-Club allerdings bereits wieder aufgelöst und durch neue Rechtsnachfolger ersetzt.

 

Was in diesem Jahr als Appell zum Schutz der Alleen in den neuen Bundesländern beginnt, entwickelt sich zum größten Umweltprojekt des ADAC: Die Deutsche Alleenstraße. Alarmiert von Meldungen über Pläne, die intakten Alleen zu lichten, setzt sich der Club für den Schutz dieser Bäume ein und initiiert gleichzeitig die Einrichtung einer Alleenstraße quer durch Deutschland.

1991:

Am 1. Januar gab es die Erweiterung des damaligen Gaus Niedersachsen zum heutigen ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. Innerhalb von nur wenigen Monaten muss im neuen Bundesland eine Infrastruktur für die bald über 400.000 neuen Mitglieder aufgebaut werden.

Doris Reuter ist der erste weibliche „Gelbe Engel“ in Niedersachsen.

Absage: Der ADAC erhält für das traditionelle Motorbootrennen auf dem Maschsee keine Genehmigung mehr.

1992:

Start der Stauhelfer in Sachsen-Anhalt.

Auch für die Verkehrsbeobachtung aus der Luft in Sachsen-Anhalt fällt der Startschuss. Zwei Maschinen starten im Wechsel von den Flugplätzen Magdeburg, Dessau und Halle-Oppin, um den Verkehr auf der A 2 und A 9 zu beobachten.

An der vielbefahrenen A 2 richtet der ADAC auf der Raststätte Magdeburger Börde einen Info-Container für Autoreisende ein.

1993:

In der Tourist-Information Salzwedel eröffnet die erste ADAC-Fahrradvermietstation. Es folgen Stendal und Colbitz.

1994:

Alternative Kraftstoffe kommen erstmals in der ADAC-Flotte zum Einsatz. Im April werden zwölf Fahrzeuge auf „Bio-Diesel“ umgestellt, darunter sechs Fahrzeuge für den Stadtpannendienst Hannover.

Hannover erlebt das erste Super-Cross in der Messehalle. Spitzenfahrer aus Europa und Übersee zeigen auf einem Naturboden-Parcours mit Sprunghügeln und Wellenbahnen ihr Können und dazu viele Showelemente. Dreimal findet das ADAC-Super-Cross in Hannover statt, 2001 und 2002 in der Braunschweiger Volkswagen Halle.

Das 1.000.000 Mitglied des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt wird in Magdeburg willkommen geheißen.

1995:

Um den Autofahrern eine Alternative zur völlig überlasteten A 2 Hannover-Berlin zu bieten, stellt der Club zu Ostern sein gemeinsames Projekt mit der Deutschen Bahn, die „Rollende Raststätte“ vor. Der Autofahrer kann mitsamt Fahrzeug in einer stressfreien Zugfahrt von Hannover nach Berlin und zurück fahren, anstatt sich fünf oder mehr Stunden auf der notorisch verstopften A 2 zu quälen.

1996:

Für den Club beginnt im Sommer das Internet-Zeitalter: www.adac.de wird der schnellste Weg, um zu umfassenden Informationen zu gelangen.

Schlimme Nachricht für Wolfenbüttel: Der ADAC-Rettungshubschrauber Christoph 30 soll auf Initiative der Krankenkassen abgeschafft werden. In einer bis dahin einzigartigen Aktion erzwingen die Bürger aus Wolfenbüttel und Umgebung die erste erfolgreiche Volksinitiative in der Geschichte Niedersachsens. Der Landtag muss sich mit diesem Thema beschäftigen und beschließt einstimmig den dauerhaften Erhalt aller Stationen in Niedersachsen.

1997:

Der Motopark in Oschersleben wird eröffnet. Seitdem nutzt auch der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt ausgiebig diese Sportstätte.

Im Dezember wird der Verwaltungssitz des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt von Hannover nach Laatzen verlegt.

Einweihung des ADAC-Technik-Zentrums in Landsberg (Bayern), das bald durch seine 168 Meter lange Crashtest-Anlage berühmt (und bei Autoherstellern gefürchtet) wird.

1998:

Im Sommer endet mit dem letzten Flugplatzrennen in Wunstorf die lange motorsportliche Tradition auf dem Fliegerhorst.

Mit einem neuen Sicherheitstraining für Inline-Skater sorgt der ADAC in Hannover für sicheres Miteinander der Trendsportler und anderer Verkehrsteilnehmer. Das Angebot wird zum Vorbild bundesweiter Sicherheitskurse.

1999:

Das Bus- und Bahnfahren im Großraum Hannover wird günstiger: Der ADAC bietet seinen Mitgliedern die so genannten GVH-Mobilcards zum Abonnententarif an. Leider ziehen sich die Kommunen schon nach zwei Jahren wieder zurück, ein politischer Rückschlag für die Region Hannover gegen das selbst gewählte Motto: „Umsteigen auf Bus und Bahn.“

14 Millionen Mitglieder verlassen sich auf den modernen Dienstleister und Verbraucherschützer ADAC.

Start ins neue Jahrtausend

2000:

Die „Deutsche Alleenstraße“ wird fertig gestellt und führt von Rügen quer durch Sachsen-Anhalt und Niedersachsen bis zum Bodensee.

Der ADAC beteiligt sich am Projekt „Fifty-Fifty-Taxi“ zur Senkung der Disco-Unfälle in Sachsen-Anhalt.

2002:

Im Frühjahr bietet der Club erstmals eine eigene Motorsporteinsteiger-Serie an. Kostenfrei kann der Nachwuchs im „Slalom-Einsteiger-Cup“ sein Talent unter Beweis stellen.

Einführung des ADAC-Unfallschutz und der ADAC-Autoversicherung, ein logischer Ausbau des Clubangebots für die Mitglieder.

2003:

Eröffnung des ADAC Fahrsicherheitszentrums Leipzig-Halle. Nach einer Bauzeit von gut einem Jahr bietet die direkt an der A 9 gelegenen Trainingsanlage vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für Privat- und Geschäftskunden aus den beiden Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt. Auf einer Gesamtfläche von 35.000 Quadratmetern reicht das Angebot vom klassischen Sicherheitstraining für alle Fahrzeugarten bis hin zu Produktpräsentationen und Events.

 

2004:

Eröffnung des ADAC Fahrsicherheitszentrums Hannover-Messe. Eine der modernsten und größten Anlagen Nordeuropas bietet seinen Kunden optimale technische Voraussetzungen.