8. November 2018

Sicher durch den Herbst

Leuchtende Kleidung verringert das Unfallrisiko
Autofahrer erkennen ein dunkel gekleidetes Kind bei Dämmerung im Abblendlicht erst in 25 Meter Entfernung. Wer helle Kleidung trägt, verbessert seine Sichtbarkeit etwas und kann schon ab 40 Metern gesehen werden. Den besten Effekt bringen jedoch reflektierende Materialien. Sie lassen Menschen bereits bei einer Distanz von etwa 130 Metern sichtbar werden. Noch interessanter werden diese Zahlen, wenn man sie ins Verhältnis zum Anhalteweg bei einer Gefahrbremsung setzt. So beträgt der Anhalteweg eines Autos mit 50 km/h laut Faustformel knapp 28 Meter – zu lang für ein dunkel gekleidetes Kind. Bei 65 km/h erhöht sich der Anhalteweg bereits auf über 40 Meter: Ein Auto würde ein hell gekleidetes Kind also auf den letzten Metern erfassen. Erst eine reflektierende Materialien erhöhen die Sicherheit signifikant: Selbst bei 100 km/h kommt der Fahrer bei einer Gefahrbremsung nach 80 Metern – also 60 Meter vor dem Kind – noch zum Stehen. Was viele Autofahrer unterschätzen: Bei schlechten Lichtverhältnissen beträgt ihre Sehschärfe nur noch etwa 20 bis 30 Prozent. Dadurch wird das Risiko für Fußgänger, zu spät gesehen zu werden, noch vergrößert.

Gefahr von Wildunfällen steigt
Das Wild kennt keine Zeitumstellung. Auf der Suche nach Futter sind Reh, Hirsch und Wildschwein in der Morgendämmerung unterwegs, und die ist nun etwas früher. Damit fällt sie zunächst verstärkt in den Berufsverkehr. Bei den Autofahrern ist deshalb eine erhöhte Aufmerksamkeit gefragt. In Niedersachsen gab es im Jagdjahr 2016/2017 immerhin 32.220 Wildunfälle – vor allem bei Reh- und Schwarzwild Tendenz steigend. Noch bis Mitte November ist die Gefahr von Wildunfällen besonders groß, die Wildwechselschilder sollten daher unbedingt beachtet und die Geschwindigkeit angepasst werden.

Nebel verschlechtert die Sicht
Kommt es wegen Nebel zu eingeschränkter Sicht, dann gilt: Fuß vom Gas, Abstand halten und Licht an. Oft reagiert die Lichtautomatik bei dichtem Nebel nicht, hier empfiehlt es sich, das Licht manuell am Schalter auf Fahrtlicht umzustellen. Nebelschlussleuchten dürfen nur bei Sichtweiten von weniger als 50 Metern genutzt werden, da sonst nachfolgende Fahrzeugführer geblendet werden könnten. Als Orientierung kann man den Abstand der Leitpfosten nutzen, denn dieser beträgt in der Regel 50 Meter. Auch durch tiefen Sonnenstand und nasse Fahrbahnen können Autofahrer geblendet werden.

Achtung – Bauernglatteis
Verlorenes Erntegut und Erdklumpen, aber auch dicke Laubschichten können die Straßen bei Regen oder Nebel schnell in eine schmierige Rutschbahn verwandeln, das so genannte „Bauernglatteis“. Vor allem Motorradradfahrer sollten darauf achten. Auch hier ist der beste Rat: Geschwindigkeit drosseln und riskante Überholmanöver vermeiden.

Rechtzeitig an die Winterreifen denken
Die ersten Nachtfröste gab es bereits, deshalb ist es höchste Zeit für den Wechsel auf die Winterreifen. Bereits bei Temperaturen unter sechs Grad bieten sie ein deutliches Sicherheitsplus gegenüber der Sommerbereifung. Außerdem gilt für Autofahrer die situative Winterreifenpflicht. Wintertaugliche Reifen sind nicht nur bei Eis und Schnee gesetzlich vorgeschrieben, sondern auch schon bei Reifglätte. Bei Nichteinhaltung drohen Bußgelder, Punkte in Flensburg und im Fall eines Unfalls sogar der Verlust des Versicherungsschutzes. ADAC Versuche haben gezeigt: Sommerreifen benötigen häufig einen doppelt so langen Bremsweg wie Winterpneus.