22. Juni 2021

Schiffgraben und Celler Straße: ADAC fordert Konzept statt Aktionismus

Die Pläne der Stadt Hannover, am Schiffgraben und an der Celler Straße Fahrstreifen zu Radfahrstreifen umzuwandeln, sind für den ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt mehr Aktionismus als eine zielführende Lösung für die innerstädtischen Verkehrsprobleme. Auch aus Sicht des Mobilitätsclubs ist das Gefahrenpotential für Radfahrer:innen und Fußgänger:innen, z. B. am Eisenbahntunnel am Schiffgraben, groß, so dass eine Veränderung her muss.

Kurzfristige Verkehrsversuche wie dieser schaffen jedoch keine Abhilfe der Probleme, insbesondere weil sich der Pkw-Verkehr in diesen Bereichen ohnehin schon staut und die Behinderungen nun noch zunehmen werden - was auch im Hinblick auf die Emissionen kritisch zu bewerten ist. Stattdessen sind Mut, Ideen und Konzepte gefragt, die allen Verkehrsteilnehmer:innen gerecht werden und nicht politisch motiviert sind.

Das ist umso wichtiger, da die Pkw-Zulassungszahlen in Hannover weiter zunehmen. Vom Jahr 2020 zu 2021 ist die Zahl um 7.283 Pkw angestiegen, auf nun insgesamt 592.055. Das ist ein noch größerer Anstieg als im Vorjahr (6.134). Unter den Neuzulassungen sind fast doppelt so viele Hybridfahrzeuge wie im Vorjahr (11.579), und auch die Zahl der Elektrofahrzeuge hat sich mehr als verdoppelt (3.616). Wohin also mit dem zunehmend saubereren Pkw-Verkehr?

Das Verkehrskonzept für die Stadt Hannover muss sich zwingend am Willen der Bürger:innen orientieren, vor allem weil die Mobilitätsbedürfnisse immer individueller werden. Politische Interessen und Ideologien in den Vordergrund zu stellen, ist aus ADAC-Sicht der falsche Weg.

Innenstadtdialog: Verkehrskonzept für die Allgemeinheit gefragt

Der Auftakt des von der Stadt initiierten Innenstadtdialogs hat beim ADAC nicht den Eindruck hinterlassen, dass eine schnelle und zielführende Lösung der städtischen Probleme in Sicht ist. Die Vielzahl der Beteiligten erschwert das Erarbeiten eines für alle akzeptablen Verkehrskonzepts. Der Dialog sollte vielmehr als konstruktive Austauschplattform gesehen werden, die ergebnisoffen, unpolitisch, fachlich und sachlich die städtischen Probleme angeht.