28. August 2018

Mit viel Praxis zu mehr Sicherheit

Die Kräfte, die bei einem Unfall wirken, kann erst der wirklich begreifen, der selbst in den Gurten eines Überschlagsimulators hängt oder vor einen völlig zerstörten Smart fortwo steht, der bei rund 56 Stundenkilometern mit einem Golf zusammengestoßen ist. Und wie schnell die Pylonen fliegen, wenn jemand bei der Fahrt mit dem E-Kart statt auf die Straße mal eben aufs Handy schaut, zeigt der Ablenkungsparcours. Diese und andere eindrucksvolle Er“fahrungen“ haben die Schüler des Prof. Förster-Gymnasiums im Rahmen ihres Verkehrserziehungstages gemacht. Der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt präsentierte dort sein komplettes Verkehrssicherheitsangebot für Kinder und Jugendliche.

Beeindruckt zeigte sich Verkehrsminister Thomas Webel, der den Aktionstag eröffnete. „Das Bedürfnis nach individueller Mobilität ist schon im frühen Alter sehr groß. Darum ist es so wichtig, dass wir unsere Kinder und Jugendlichen rechtzeitig auf den Straßenverkehr und seine Tücken vorbereiten, bevor sie mit Moped oder Pkw erste eigene Erfahrungen sammeln können“.

Bei den Oberstufenschülern ging es an verschiedenen Stationen in und an der Ohrelandhalle vor allem um Ablenkung, Überschätzung, Alkohol, Drogen und Übermüdung – immerhin Ursache für jeden zehnten schweren Verkehrsunfall. Junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren sind dabei eine besondere Risikogruppe. Mit seiner Kampagne „wait a minute – WAM“ informiert und sensibilisiert der ADAC deshalb vor allem die zukünftigen jungen Fahrer, genau den entscheidenden Moment nachzudenken und dann verantwortungsvoll zu handeln – und das am besten auch an andere zu kommunizieren. Dabei spielt der erhobene Zeigefinger keine Rolle, stattdessen praktische Übungen, die den jungen Erwachsenen zeigen, wohin z. B. Ablenkung oder zu hohe Geschwindigkeit führen. Zu den weiteren WAM Bausteinen, die der ADAC in Haldenleben vorstellte, gehörten Bremsversuche, Sicherheitschecks für das Auto und das Thema Lärm.
Beim Schulischen Fahrsicherheitstraining im Waldstadion lernten die Fahranfänger, wie sie Gefahrensituationen am Steuer sicher meistern. Ein Lehrer des Gymnasiums wurde kürzlich vom ADAC ausgebildet, um an der Schule eigene Kurse mit Schülern zum Thema Fahrphysik durchzuführen.

Die jüngeren Schüler erfuhren beim Programm „Achtung Auto“ alles über Reaktions-, Brems- und Anhaltewege und lernten beim Jugend-Fahrradturnier, ihr Fahrrad sicher zu beherrschen.

Hintergrund: Fest verankert
Das ADAC Kursangebot für Schüler der Sekundarstufen I und II findet sich auch im „Verkehrssicherheitsprogramm des Landes Sachsen-Anhalt 2021“ wieder.