2. Juni 2021

ADAC Impulse zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

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Umweltfreundliche, bedarfsgerechte und bezahlbare Mobilität garantieren – auf dem Land und in der Stadt gleichermaßen und an die jeweilige Lebenssituation angepasst: Das muss aus Sicht des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt das verkehrspolitische Ziel der neuen Landesregierung in Sachsen-Anhalt sein. Die wichtigsten Aufgaben hat der Club in den folgenden „Impulsen zur Landtagswahl“ zusammengefasst:

Mobilität auf dem Land garantieren – gleichwertige Lebensverhältnisse schaffen

Vor allem auf dem Land müssen echte Alternativen zum eigenen Pkw entwickeln werden, die den Mobilitätsbedürfnissen der Menschen gerecht werden und so gleichwertige Lebensverhältnisse schaffen. Die Zufriedenheit mit der individuellen Mobilität auf dem Land ist hoch. Laut dem ADAC Monitor „Mobil auf dem Land“ garantiert bisher überwiegend nur der eigene Pkw die Mobilität junger und älterer Menschen.

Nachhaltige Mobilität mit dem Auto

Wegen der hohen Bedeutung des Pkw rückt die Antriebswende noch stärker in den Fokus. Das Land Sachsen-Anhalt muss sich beim Bund dafür einsetzen, dass die guten Rahmenbedingungen für die Elektromobilität konsequent genutzt, kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt werden. Strom laden in Sachsen-Anhalt muss so einfach wie heute das Tanken sein, der Ausbau der Ladeinfrastruktur muss flächendeckend vorangetrieben werden.

Antriebswende auf die Straße bringen

Der klimaneutrale Straßenverkehr ist nur technologieneutral möglich. Eine reine Fokussierung auf die Elektromobilität ist nicht zielführend, und es darf auch nicht nur die Neuwagenflotte betrachtet werden. Das Land Sachsen-Anhalt muss sich beim Bund dafür einsetzen, dass andere Antriebsformen wie Wasserstoff und der klimaneutral betankte Verbrennungsmotor auch für den Pkw-Verkehr zur Verfügung stehen. 1,2 Millionen Pkw und weitere 100.000 Krafträder mit Verbrennungsmotor machen einen aktiven Part des Landes bei der Antriebswende nötig.

Verkehrsinfrastruktur bedarfsgerecht gestalten

In den kommenden Jahren geht es nicht nur darum, die Investitionen in ein intaktes Straßenverkehrsnetz aufrechtzuerhalten, sondern auch darum, dass sich der anstrebte Verkehrsmix auch auf den Straßen widerspiegelt. Modernisierungsmaßnahmen, neue Rad- und Radschnellwege und Ortsumfahrungen müssen umfangreich koordiniert geplant werden. Dabei geht es nicht nur um Umweltaspekte, sondern auch um die Belange der Verkehrssicherheit.

Verkehrssystem digitalisieren: Chancen nutzen – Potenziale ausschöpfen

Die Digitalisierung verspricht in der Mobilität zahlreiche Fortschritte, Effizienz- und Sicherheitsgewinne. Vom verbesserten Informationsangebot für ÖPNV-Nutzer, über die Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsmittel bis hin zur Einrichtung intelligenter Verkehrsinfrastruktur. Das Land Sachsen-Anhalt muss Städte, Gemeinden und Landkreise bei der digitalen Transformation stärker unterstützen, um die Potenziale entsprechend nutzen zu können. Kernaufgabe wird es sein, ÖPNV-Angebote auszubauen und mit anderen Mobilitätsangeboten zu verknüpfen. Dafür brauchen wir geeignete Anreize und attraktive Angebote.

Verkehrssicherheitsarbeit weiterentwickeln – Runderlass des MK neu gestalten

Der ADAC fordert ein klares Bekenntnis zur bedarfsgerechten Verkehrssicherheitsarbeit und deren Weiterentwicklung hin zu einer ergänzenden Mobilitätsbildung. Dafür müssen der Runderlass des Ministeriums für Bildung überarbeitet und konkretisiert sowie die Rahmenbedingungen in den Schulen verbessert werden. Möglich wäre das mit einem Curriculum Mobilität, das ressortübergreifend gemeinsam mit den Akteuren der Verkehrssicherheitsarbeit vorbereitet und erarbeitet wird.

Mobilität muss Brücken bauen – Respekt- und rücksichtsvolles Miteinander im Verkehr

Verkehrspolitik wird selten sachlich diskutiert, oft geht es schlicht um das Gegeneinander verschiedener Verkehrsmittel. Der ADAC lehnt politische Ideologiekämpfe ab. Es darf keine Polarisierung zwischen den Verkehrsarten geben. Stattdessen muss ein nachhaltiger Verkehrsmix gestaltet werden, der die Stärken aller Verkehrsmittel hervorhebt und die Potenziale im Sinne von Klimaschutz und Leistungsfähigkeit ausschöpft. Das gilt auch für den Alltagsverkehr und die Konflikte zwischen Auto- und Radfahrern bzw. Radfahrern und Fußgängern. Mit einer Kampagne für mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr sollte das Land Sachsen-Anhalt das Problem aufgreifen und mit gutem Beispiel voran gehen.