2. Dezember 2019

Im Video: Rentiere im Rampenlicht

Leicht zu finden sind sie nicht. Irgendwo zwischen Osterode und Northeim liegt der kleine Ort Wulften am Harz. Schmale, fast gassenartige Straßen führen zum Haus von Barbara Küppers, der Frau mit den Rentieren.

 Am Rande des kleinen Dorfes haben die „Tiere vom Weihnachtsmann“, wie Küppers sie nennt, eine üppige Wiese nur für sich. „Komm, komm, komm, komm, komm!“ Beachtlich, welch hohe und laute Stimme aus der recht kleinen Frau herauskommt, wenn sie ihre sieben Rentiere ruft. Die gehorchen artig und kommen nach und nach über die hügelige Wiese angetrabt.

Viel Zeit verbringen sie hier aber aktuell nicht. Denn Weihnachtszeit ist Showtime für Küppers und ihre Tiere. Seit rund 15 Jahren betreibt die 59-Jährige nun schon ihren Rentierverleih. Von Mitte November bis Silvester stehen rund 20 Termine auf dem Programm. Gemeinsam mit Sohn Louis (22) tourt sie dann durch die Republik und manchmal auch darüber hinaus. Die Nachfrage ist riesig. Zu ihren Kunden zählen Firmen wie Amazon, Coca Cola und vor allem TV-Sender. Mehrmals waren die Küppers mit ihren Tieren schon bei Stefan Raab, Kai Pflaume oder Carmen Nebel.

2004 war die gebürtige Rheinländerin die Erste, die Rentiere in Deutschland verlieh. In einem Film  fällt ihr damals auf, dass dort echte Rentiere mitspielten. „Das wollte ich auch.“ Gesagt, getan.

Doch bevor neue Tierarten den Weg nach Wulften finden, hat Küppers einiges zu tun. „Wenn ich mir neue Tiere anschaffe, schaue ich, was die Tiere brauchen. Ist ein Tierarzt in der Nähe, der ihnen im Zweifel helfen kann? Daher brauche ich mich nicht zu rechtfertigen. Das, was wir hier machen, hat Hand und Fuß“, stellt Küppers klar. Trotzdem würden ihr Kritiker ab und an immer noch Tierquälerei vorwerfen. Wer Barbara Küppers jedoch mit ihren Tieren sieht, merkt schnell, dass solche Vorwürfe haltlos sind.

„Ich war als Kind schon total tierverrückt und habe meine Eltern damit ziemlich genervt“, erzählt die 59-Jährige und lacht. Seit mehr als 20 Jahren betreibt sie ihren eigenen kleinen Zoo. „Ich habe mir hier meinen Traum verwirklicht“.

Neben Rentieren beherbergt ihr Arche-Park auch noch Pampashasen, Kunekune-Schweinchen oder Wallabys. Die meisten Arten sind vom Aussterben bedroht. Doch nicht hier auf Küppers Hof. „Wir zeigen unsere Tiere in einem fairen Ambiente mit gegenseitigem Respekt. Deshalb können sie sich auch immer den Besuchern entziehen, wenn sie keinen Bock mehr haben.“

Ist Weihnachten vorbei, ist erst mal Feierabend. Passend dazu verlieren die Rentiere jährlich ihr Geweih. Das Rampenlicht ist wieder aus und es kehrt Ruhe ein in Wulften.

Mehr zum Thema unter: www.arche-park.de

 

Text: Timo Gilgen

Fotos: Isabell Massel