2. Dezember 2019

Besser alkoholfrei! Die ffn-Morgenshow testet beim ADAC die Rauschbrille am Steuer!

Ein Glühwein oder zwei? Oder doch besser nur den alkoholfreien Punsch? Diese Frage stellen sich Weihnachtsmarktbesucher häufig, wenn sie mit dem Auto nach Hause fahren müssen. Dany Füg aus der ffn Morgenshow hat im ADAC Fahrsicherheits-Zentrum Hannover/Laatzen ausprobiert, wie sich Alkoholkonsum auf die Koordination und Fahrweise auswirkt – mit Rauschbrillen, die 0,8 bzw. 1,3 Promille Blutalkoholwert simulieren. Das Ergebnis: Besser „ohne“ - oder mit den Öffis!

Viele Autofahrer sind sich gar nicht bewusst, dass auch der Konsum von geringen Mengen Alkohol Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit hat, da Konzentrations- und Wahrnehmungsvermögen negativ beeinflusst werden. Vor allem das Sehen wird beeinträchtigt, es folgt der "Tunnelblick". Auch die Risikobereitschaft nimmt deutlich zu! Wer am Steuer sitzt, muss in kürzester Zeit zahlreiche Informationen und Sinneseindrücke aufnehmen und verarbeiten, um sicher und angemessen reagieren zu können. Manchmal wird eine Reaktion im Bruchteil einer Sekunde notwendig, um z. B. einen drohenden Unfall zu vermeiden. Dies erfordert schon in nüchternem Zustand körperliche und geistige Höchstleistungen. Mit Alkohol im Blut können die Folgen fatal sein.

Dank guter Präventionsarbeit sind die Unfälle mit Personenschaden unter Alkoholeinfluss zwar zurückgegangen, aber die Unfallschwere ist immer noch überdurchschnittlich hoch. Was viele nicht wissen: Auch wenn die Promillegrenze bei uns 0,5 beträgt, ist bereits ab 0,3 Promille mit Bestrafung und Führerscheinentzug zu rechnen, sofern alkoholbedingte Fahrfehler offensichtlich sind!

Das macht Alkohol im und mit dem Körper

Die Aufnahme des getrunkenen Alkohols erfolgt im Verdauungstrakt, ca. 20 Prozent werden dabei über den Magen und ca. 80 Prozent über den Dünndarm aufgenommen. Anschließend wird der Alkohol innerhalb kurzer Zeit über den Blutkreislauf im gesamten Körper verteilt. Etwa 45 bis 75 Minuten nach der Aufnahme wird die maximale Blutalkoholkonzentration (BAK) erreicht. Die volle Wirkung z. B. eines Schnapsglases tritt erst mit deutlicher Verzögerung ein. Das Trinkende ist nicht automatisch mit einem Wirkungsende gleichzusetzen. Die Geschwindigkeit der Alkoholaufnahme über den Magen-Darm-Trakt hängt von verschiedenen Faktoren ab. So findet bei leerem Magen die Aufnahme schneller statt als bei gut gefülltem. Auch durch Faktoren, die die Durchblutung anregen, wie z.B. Wärme (Punsch, Glühwein) und Kohlensäure (Sekt, Bier), wird die Alkoholaufnahme und -wirkung beschleunigt. Alkohol stellt für den Körper ein Gift dar. 

Der aufgenommene Alkohol wird nur in kleinen Mengen unverstoffwechselt abgeatmet (Fahne), über die Haut ausgeschwitzt und mit dem Urin ausgeschieden. Ein Teilabbau des Alkohols findet in der Magenwand statt, den Großteil des Abbauvorganges leistet aber die Leber – hier werden mehr als 90 Prozent des aufgenommenen Alkohols abgebaut. Die Geschwindigkeit des Alkoholabbaus beträgt durchschnittlich nur 0,15 Promille pro Stunde. Das bedeutet: Wer bis spät in die Nacht feiert und dabei auf Alkohol nicht verzichtet, für den besteht die Gefahr, dass er selbst am nächsten Morgen nicht fahrtauglich ist. Die Menge an Restalkohol, die sich am Morgen nach einem feucht-fröhlichen Abend noch im Blut befindet, wird daher gern unterschätzt. Erst im Laufe des Tages baut sich Restalkohol vollständig ab.