7. August 2019

Frauen triumphieren beim Vorentscheid zum „Fahrsicherheitsprofi“

Frauen können kein Autofahren? Von wegen. Beim Vorentscheid für das Finale des Fahrsicherheitsprofis in Laatzen überzeugten besonders die weiblichen Teilnehmerinnen. Die Hälfte der sechs Endrundenplätze sicherten sich Frauen. Neben Platz fünf und drei war auch die Siegerin weiblich. Sandra Rottmann, Polizeibeamtin aus Hannover, spricht im Interview mit dem ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt über ihren Erfolg und wie sie sich nun auf das Finale vorbereitet. Neben dem Vorentscheid in Laatzen gab es sechs weitere Vorrunden in ganz Deutschland. Bei der Endrunde am 16. und 17. August im Fahrsicherheitszentrum Laatzen kämpfen nun die besten 42 um den Gesamtsieg. Als Hauptgewinn winkt ein MINI One Cabrio in „Conti-Edition“ mit Sonderausstattung im Wert von ca. 26.000 Euro.

 

Frau Rottmann, wie waren die Reaktionen auf Ihren Sieg?
Ich habe das fast keinem erzählt, weil ich dachte, wenn ich mich jetzt im Finale blamiere, schäme ich mich zu Tode. Außer zwei Freundinnen und meinem besten Kumpel wusste das keiner. Ich mache mich da sonst immer nur verrückt.

Und wie haben die reagiert?
Denen ist fast die Kinnlade runtergefallen. Mein bester Kumpel lachte immer nur, als ihn fragte, ob er meinen Hund nehmen könnte, falls ich ins Finale komme. Der sagte immer nur: ‚Das schaffst Du sowieso nicht.‘ Und dann habe ich mich am Ende natürlich schön mit dem Pokal bei ihm vor die Tür gestellt und geklingelt (lacht).

Wie sind Sie denn überhaupt auf den Wettbewerb aufmerksam geworden?
Durch die Motorwelt. Ich fand das immer interessant, habe mir die Artikel auch immer bis zum Ende durchgelesen. Als ich das dann dieses Jahr gesehen habe, habe ich überlegt, ob ich mich trauen soll. Und dann habe ich es einfach mal versucht.

Warum haben Sie sich beworben?
In erster Linie natürlich wegen der Möglichkeit, den Mini zu gewinnen. Auch wenn der immer noch weit weg ist. Aber auch so klang das einfach total spannend. Ich fahre gerne Auto.

Wie haben Sie sich auf die Vorrunde vorbereitet?
Auf den Theorie-Teil habe ich mich vorbereitet. Einen Teil weiß ich natürlich aus dem Dienst, weil wir auch viele Verkehrsverstöße ahnden müssen. Aber für solche Sachen wie Bremsweg ausrechnen habe ich mir tatsächlich die ADAC-Führerschein-App runtergeladen.

Das glaubt uns doch keiner…
Ich zeig es Ihnen, ich hab sie auf dem Handy… (lacht und zeigt die App)

 

Wie sind Sie die praktischen Aufgaben angegangen?
Ich habe mich vor allem darauf konzentriert, keine Pylonen umzufahren, weil ich dachte, dass ich die 20 Sekunden extra nicht mehr einholen würde. Ich bin jemand, der häufig denkt, dass alle anderen das eh besser können als ich selbst. Aber ich habe es einfach versucht und mein Bestes gegeben.

Wann wussten Sie, dass es klappen könnte mit dem Erreichen der Endrunde?
Ich habe es die ganze Zeit gehofft. Man hat natürlich nach den einzelnen Aufgaben immer mal geschaut, wie ist meine Zeit, wie ist die der anderen. Und dass ich da nicht die Schlechteste war, konnte man schnell sehen. Aber ich wusste ja nicht, wie das Niveau in den anderen drei Gruppen war. Daher begann schon ziemlich das Zittern als es dann zur Bekanntgabe der Ergebnisse ging.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen fürs Finale ein?
Sehr gering. Es sind jetzt mehr Teilnehmer und die können offensichtlich alle gut Autofahren. Außerdem reicht nur eine kleine Unaufmerksamkeit, um aus dem Rennen zu sein.

Und wenn Sie es doch schaffen?
Das wäre irre. Dann würde ich wirklich durchdrehen.

Zum Schluss: Warum würden Sie Ihren Freunden empfehlen, sich bei "Fahrsicherheitsprofi" zu bewerben?
Weil es Sinn macht, sich mit dem Fahrzeug und den Fahreigenschaften zu befassen und auch lernen kann, wie man in einer Extremsituation reagieren kann. Wenn ich das vorher nie trainiert habe, ist so eine außergewöhnliche Situation im Alltag schon schnell zu viel und es kommt zum Unfall.

Hier finden Sie weitere Bilder von der Vorrunde