21. Mai 2019

Baustellenbereisung: Wie sicher ist sicher?

Unser Fazit: Es wird früh genug auf die Baustelle hingewiesen und auch die Geschwindigkeit rechtzeitig heruntergeregelt. Durch LED-Schilder wird zusätzlich Aufmerksamkeit erregt. Außerdem gibt es wegen der geringen Fahrbahnbreite ein Pkw-Überholverbot und die Hinweise auf versetztes Fahren. Das ist auch gut so, denn die meisten Fahrzeuge sind heutzutage über zwei Meter breit und dürften demnach in dieser Baustelle die linke Fahrbahn gar nicht nutzen. Das wissen allerdings die wenigsten Autofahrer, denn die tatsächliche Autobreite inklusive Außenspiegel steht nicht im Kraftfahrzeugschein. Wer unsicher ist, sollte also besser auf der rechten Seite fahren. Das bringt kaum Zeitverlust und sorgt für mehr Sicherheit. Generell gilt: eine defensive Fahrweise, die Beachtung der Hinweisschilder und mehr Rücksichtnahme machen das „Baustellen-Fahren“ sicherer – das sollte sich jeder Einzelne ab und zu vor Augen führen und ruhig mal einen Perspektivwechsel wagen.

Hier unsere Tipps für einen reibungslosen Verkehrsfluss innerhalb von Baustellen:

Besonders aufmerksam fahren und ausreichend Abstand zum Vordermann halten.

  • „Wo man hinsieht, zieht es einen hin“, besagt eine Faustregel. Daher immer auf den eigenen Fahrstreifen konzentrieren und nicht auf den Gegenverkehr oder den Nebenmann, das kann verunsichern.
  • Fahrzeugbreite beachten: Seit Jahren sind rund 70 Prozent der neu zugelassenen Pkw mit Außenspiegeln breiter als zwei Meter (ein aktueller Golf misst z. B. 2,03 Meter) – zu breit für viele Baustellen. Ein Blick ins Jahr 1978 zeigt, dass Autos der Kompaktklasse (etwa der VW Golf) damals im Durchschnitt 1,59 Meter breit waren. Heute haben Fahrzeuge der gleichen Klasse etwa 20 Zentimeter auf 1,78 Meter zugelegt. Diese Maße spiegeln allerdings noch nicht die tatsächliche Breite der Autos wieder, da sie die Außenspiegel nicht miteinbeziehen. Rechnet man diese dazu, sind viele Autos heute breiter als 2 Meter.
  • Um zu wissen wie breit sein Fahrzeug ist, reicht der Blick in die Fahrzeugpapiere nicht aus. Dort wird lediglich der Wert ohne Außenspiegel angegeben. Autofahrer sollten sich über die tatsächliche Breite ihres Fahrzeugs informieren und ggf. nachmessen. Denn: Die zweithäufigste Unfallursache in Baustellen ist die Kollision nebeneinander fahrender Fahrzeuge.
  • Vor allem beim Fahren in Autobahnbaustellen ist es also wichtig, die Breite des Fahrzeugs zu kennen. Denn in manchen Baustellen auf Niedersachsens Autobahnen sind die verengten Spuren, vor allem auf der linken Seite, nur für Pkw bis maximal zwei Meter Breite zugelassen. Bereits Fahrzeuge der Kompaktklasse (wie etwa ein VW Golf) dürfen heute die engen Spuren nicht mehr befahren. Die Folge: Auf vielen Baustellenspuren dürfen nur noch Kleinwagen und Motorräder links unterwegs sein.
  • Auch wenn die Fahrstreifen eine tatsächliche Fahrzeugbreite bis 2,1 Meter zulassen, haben Autofahrer nicht viel Platz. Wer seine Nerven schonen will, sollte sich deshalb rechts halten. Das kostet kaum Zeit: In einer fünf Kilometer langen Baustelle bringen 10 km/h mehr gerade einmal 25 Sekunden Zeitgewinn.
  • Um seitliche Kollisionen in Baustellen zu minimieren, rät der ADAC, bei besonders engen Fahrstreifen versetzt zu fahren und unnötige Überholmanöver zu vermeiden.
  • Fällt in der Baustelle eine Fahrspur weg, so weit wie möglich bis zum Hindernis vorfahren und sich erst dann einfädeln. Bei zu frühem Einfädeln drängt sich der Verkehr unnötig lange auf einer Spur zusammen, der Stau wird dadurch viel länger. Übrigens: Das Nichtbeachten des Reißverschlussverfahrens kann mit 20 Euro Bußgeld geahndet werden.