28. Oktober 2021

ADAC Umfrage „Fußgänger-Sicherheit 2021“

© Adobe Stock: trattieritratti

Abgestellte Scooter, überholende Radfahrer oder zugeparkte Gehwege und Kreuzungen stören Fußgänger*innen in der Landeshauptstadt am meisten

Hannover im oberen Mittelfeld

In Hannover fühlen sich nur 55 Prozent der Befragten wirklich sicher, etwas mehr als im bundesweiten Durchschnitt von 50 Prozent.

Am rücksichtslosesten empfinden die Fußgänger*innen die E-Scooter Fahrer*innen (47 Prozent), dicht gefolgt von den Radfahrer*innen mit 45 Prozent und den Autofahrer*innen mit 30 Prozent. Als einen der größten Störfaktoren gaben die Befragten in Hannover abgestellte Scooter oder Motorräder auf den Gehwegen an, mit 54 Prozent ein Mittelwert. Deutlich größer ist dieses Problem in Großstädten wie Hamburg, Berlin oder Köln. Knapp zwei Drittel der Fußgänger*innen stören sich an Autos in Kreuzungsbereichen, die für eine schlechte Sicht und Sichtbarkeit sorgen, ebenso wie an Autofahrer*innen, die nicht an Zebrastreifen halten oder beim Abbiegen nicht auf Fußgänger*innen achten. Gut die Hälfte bemängelt zugeparkte Gehwege.

Probleme gibt es besonders, wenn sich Fußgänger*innen und Radfahrer*innen einen Weg teilen. Bei dieser so genannten Mischnutzung sollten Radfahrende eigentlich besondere Rücksicht auf Fußgänger*innen nehmen. In der Praxis sieht das jedoch offenbar anders aus. Mehr als die Hälfte der Befragten in Hannover fühlt sich gestört, weil Radfahrer*innen zu schnell unterwegs sind oder zu spät klingeln. Über 60 Prozent geben an, dass der Abstand beim Überholvorgang zu gering ist. Die Werte entsprechen in etwa dem Bundesdurchschnitt.

Bei der Infrastruktur stört die Fußgänger*innen mit knapp 50 Prozent am meisten das lange Warten auf Grünphasen und der schlechte Zustand der Gehwege, auch diese Werte entsprechen den bundesweiten Zahlen.

Halle im unteren Mittelfeld

In Halle fühlen sich nur 47 Prozent der Befragten wirklich sicher, etwas weniger als im bundesweiten Durchschnitt von 50 Prozent.

Am rücksichtslosesten empfinden die Fußgänger*innen die E-Scooter Fahrer*innen (47 Prozent), dicht gefolgt von den Radfahrer*innen mit 45 Prozent und den Autofahrer*innen mit 30 Prozent. Als einen der größten Störfaktoren gaben die Befragten in Halle abgestellte Scooter oder Motorräder auf den Gehwegen an, mit 54 Prozent ein Mittelwert, deutlich größer ist dieses Problem in Großstädten wie Hamburg, Berlin oder Köln. Deutlich geringer mit jeweils 40 Prozent z. B. in Erfurt und Leipzig. Knapp zwei Drittel der Fußgänger*innen in Halle stören sich an Autos in Kreuzungsbereichen, die für eine schlechte Sicht und Sichtbarkeit sorgen, ebenso wie an Autofahrer*innen, die beim Abbiegen nicht auf Fußgänger*innen achten oder nicht an Zebrastreifen halten. Hier ist der Wert mit 62 Prozent hinter Köln der zweithöchste bundesweit. Gut 60 Prozent bemängeln zugeparkte Gehwege.

Probleme gibt es besonders, wenn sich Fußgänger*innen und Radfahrer*innen einen Weg teilen. Bei dieser so genannten Mischnutzung sollten Radfahrende eigentlich besondere Rücksicht auf Fußgänger*innen nehmen. In der Praxis sieht das jedoch offenbar anders aus. Rund 60 Prozent der Befragten in Halle fühlen sich gestört, weil Radfahrer*innen zu schnell unterwegs sind oder zu spät klingeln, außerdem ist ihnen der Abstand beim Überholvorgang zu gering. Die Werte entsprechen in etwa dem Bundesdurchschnitt.

Bei der Infrastruktur stört die Fußgänger*innen mit 58 Prozent am meisten der schlechte Zustand der Gehwege, der mit Abstand schlechteste Wert bundesweit. Fast genauso viele stören sich daran, dass kein Gehweg vorhanden ist, auch bei diesem Störfaktor rangiert Halle zusammen mit Potsdam auf dem hintersten Platz. Knapp 50 Prozent bemängeln das lange Warten auf Grünphasen.

Der ADAC empfiehlt die folgenden Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit

Für ein besseres Sicherheitsgefühl seitens der Fußgänger*innen und geringere Unfallzahlen können ein besseres Miteinander der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer*innen und größere Rücksichtnahme sorgen. Doch auch in den Kommunen gibt es Verbesserungspotenzial.

  • Fußgänger*innen und Radfahrer*innen möglichst nicht auf gemeinsamen Flächen führen, um Konfliktsituationen zu verhindern.
  • Parallel geführte Radwege optisch gut vom Gehweg abtrennen, damit sowohl Radfahrer*innen als auch Fußgänger*innen nicht versehentlich in die Spur des anderen geraten.
  • Für gute Sichtbeziehungen zwischen den Verkehrsteilnehmer*innen sorgen und Sichthindernisse beseitigen.
  • Abschnitte, an denen Falschparker den Gehweg häufig blockieren, regelmäßig kontrollieren, Parkverstöße ahnden und die Situation möglichst durch geeignete Maßnahmen entschärfen.
  • Kampagnen für gegenseitiges Verständnis aller Verkehrsteilnehmer*innen fördern.

Hintergrund:
Mehr als 3.200 Fußgänger*innen ab 18 Jahren wurden im August 2021 bundesweit zum Sicherheitsempfinden und häufigen Störfaktoren in ihrer Stadt befragt. Ausgewählt wurde dafür jeweils die Stadt pro Bundesland mit den meisten Einwohner*innen.