28. Januar 2021

ADAC Monitor Magdeburg: Fußgänger und ÖPNV-Nutzer verteilen Bestwerte

© AdobeStock_ArTo

„Mobil in der Stadt“ ist in Magdeburg gleichbedeutend mit „zufrieden in der Stadt“. Das ist das Ergebnis des ADAC Monitor 2020, einer Umfrage unter Einwohnern und Pendlern in 29 mittelgroßen deutschen Städten zu ihrer persönlichen Mobilitätssituation. Im Gesamtranking nimmt Magdeburg dabei zusammen mit Freiburg im Breisgau einen guten vierten Platz ein, Halle rangiert auf dem neunten Platz. Spitzenreiter ist Münster, Schlusslicht Mönchengladbach. Besonders wohl fühlen sich in der Landeshauptstadt die Fußgänger, gefolgt von den Nutzern des öffentlichen Nahverkehrs, die gleich in drei Kategorien bundesweit die besten Werte erreichen. Auch die Radfahrer sind recht zufrieden, nur die Autofahrer nicht so sehr. Was in vielen der untersuchten Städte besser sein könnte, ist das Verhalten der anderen und die Rücksicht aufeinander. Ob Autofahrer oder Fußgänger auf Radfahrer treffen oder Radfahrer unter sich sind – zufrieden ist anders. Nicht so in Sachsen-Anhalt: Magdeburg erreicht aus Sicht der Autofahrer und Fußgänger sehr gute bzw. Bestwerte im Vergleich zu anderen Städten, weil den Unzufriedenen immer deutlich mehr Zufriedene gegenüberstehen. In Halle wiederum fallen vor allem die Radfahrer als zufrieden auf, sie erlangen bundesweit die höchsten Zufriedenheitswerte, wenn es um das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer geht. Andersherum ist das nicht immer so.

Wie hoch die Zufriedenheit der Magdeburger und Pendler ist, hängt deutlich vom Verkehrsmittel ab. Am zufriedensten sind hier, genau wie bundesweit, die Fußgänger. Ihnen gefallen vor allem die direkten Wege zur Erreichbarkeit ihrer Ziele und das Angebot an gesicherten Fußgängerüberwegen. Für die Breite der Gehwege und die Wartezeit an Ampeln verteilten die Gefragten sogar die Bestwerte der Untersuchung. Weniger zufrieden sind sie dagegen mit den Sitzmöglichkeiten entlang der Gehwege. Auch unter den ÖPNV-Nutzern ist mehr als jeder Zweite zufrieden oder sehr zufrieden. Sie beurteilen vor allem die kurzen Umsteigewege und das Platzangebot in den Fahrzeugen als positiv, hier erlangt Magdeburg ebenfalls die bundesweit besten Werte. Nicht so gut kommen die Information bei Störungen und das Parkplatzangebot an Stationen und Bahnhöfen an. Bei der Einhaltung der Hygienemaßnahmen landet Magdeburg deutlich unter dem Bestwert, allerdings sind fast die Hälfte der Befragten damit zufrieden, ihnen gegenüber stehen knapp 20 Prozent Unzufriedene.

Es folgen die Radfahrer, von denen 40 Prozent zufrieden sind. Sie schätzen vor allem die direkten Wege und die Zuverlässigkeit, mit der sie ihre geplanten Ziele erreichen. Nicht zufrieden sind sie allerdings mit der Breite der Radwege und der Verfügbarkeit von öffentlichen Leihfahrrädern. Ebenfalls niedrigere Zufriedenheitswerte erreicht bei ihnen das Verhalten der Autofahrer. Am wenigsten zufrieden sind die Autofahrer, nur bei gut einem Viertel überwiegt die Zufriedenheit. Sie stören sich vor allem am Baustellenmanagement der Stadt, fast die Hälfte ist damit unzufrieden, nur 16 Prozent zufrieden, der Gesamtwert ist fernab vom bundesdeutschen Bestwert. Damit spiegelt sich das baustellenreiche Jahr 2020 in Magdeburg wider.

Wer in Magdeburg mobil ist, geht häufig zu Fuß, mehr als im Bundesdurchschnitt. Für längere Wege wird überwiegend der Pkw genutzt. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, privat regelmäßig Auto zu fahren. Der ÖPNV und das Fahrrad spielen mit 19 bzw. 20 Prozent eine deutlich kleinere Rolle. Auch die E-Scooter sind im Stadtbild noch nicht wirklich angekommen, 88 Prozent gaben an, noch nie einen genutzt zu haben. Bei den Öffentlichen Verkehrsmitteln macht sich die Corona-Pandemie besonders bemerkbar, ein Drittel der Befragten nutzen ÖPNV und Bahn seitdem nur selten oder gar nicht mehr.

Magdeburger Verkehrsbetriebe: Verkehrswende ist ein wichtiges Thema

Die Geschäftsführerin der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB), Birgit Münster-Rendel, zeigt sich erfreut über die Umfrageergebnisse: „Die guten Ergebnisse attestieren, dass sich unsere Fahrgäste wohl fühlen und mit unseren neun Straßenbahn- und 15 Buslinien bequem nahezu jeden Winkel der Stadt erreichen. Die kritischen Werte zeigen uns, an welchen Themen wir noch härter arbeiten müssen, um für unsere Fahrgäste besser zu werden. Eins wurde im Monitor auch deutlich: Die Verkehrswende innerhalb der Stadt ist ein wichtiges Thema. Schon heute sind die Menschen gern umweltfreundlich unterwegs. Daher gilt es, den Umweltverbund zu stärken und das ÖPNV-Netz weiter auszubauen. Und da sind wir mit unseren in Bau befindlichen neuen Straßenbahnstrecken bereits dabei.“