25. Februar 2021

ADAC Luftrettungsbilanz 2020 für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt

Ob Verkehrsunfall, Herzversagen oder Corona-Notfallpatienten – wenn es um jede Minute geht, machen sie den Unterschied: Die Gelben Retter aus der Luft sorgen dafür, dass Patienten auf dem schnellsten Wege versorgt werden. Auch und besonders im Corona-Jahr 2020 war wieder Verlass auf sie. In Niedersachsen flogen die Hubschrauber der gemeinnützigen ADAC Luftrettung zu insgesamt 5.169 Einsätzen, in Sachsen-Anhalt waren es 1.140.
Im bundesweiten Vergleich der Einsatzzahlen ist das der vierte Platz für Niedersachsen - hinter Bayern, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

Bundesweit wurden die Luftretter 51.749 Mal gerufen (2019: 53.967). Einsatzgrund Nummer eins waren bei den oft lebensrettenden Einsätzen mit 31 Prozent Verletzungen nach Unfällen. Dazu gehören Freizeit-, Sport-, Schul- und Verkehrsunfälle. Dahinter folgen mit 30 Prozent Notfälle des Herz-Kreislauf-Systems wie Herzinfarkte und Herzrhythmusstörungen. In 15 Prozent der Fälle diagnostizierten die Lebensretter aus der Luft neurologische Notfälle, wie zum Beispiel einen Schlaganfall. Bei acht Prozent war ein Notfall des Atmungssystems wie akute Atemnot oder Asthma die Ursache.

 

Natürlich gab es auch aufgrund der Pandemie im letzten Jahr viele Einsätze für die Luftretter des ADAC. Insgesamt rückten die Crews der 37 Stationen zu rund 800 Corona-Einsätzen aus, darunter rund 100 Spezial-Verlegungstransporte von schwer an Covid-19 Erkrankten.

 

Immer dann, wenn es um die ganz schnelle notärztliche Versorgung von Verunglückten oder Erkrankten geht, haben die Rettungshubschrauber große Vorteile gegenüber dem bodengebundenen Rettungsdienst. In ca. zwei Minuten sind die Maschinen startklar, um den Notarzt und Notfallsanitäter zum Patienten zu bringen. Ihr Einsatzradius beträgt in der Regel 50 bis 70 Kilometer. Die Alarmierung erfolgt über die nächstgelegene Rettungsleitstelle.

 

Seit 40 Jahren im Einsatz: Christoph 19 in Uelzen feiert Jubiläum

 

In diesem Jahr feiert die Station Christoph 19 in Uelzen ihr 40-jähriges Jubiläum. Am 21. September 1981 wurde der Dienst damals aufgenommen, rund zwei Jahre später, am 27. April 1983 übernahm die ADAC Luftrettung in der Hansestadt.

 

Bundesweit war das große Jubiläumsjahr der ADAC Luftrettung bereits das letzte. Vor mittlerweile 51 Jahren begann die Erfolgsgeschichte mit der Indienststellung des ersten permanenten Rettungshubschraubers „Christoph 1“ in München. Insgesamt arbeiten für die ADAC Luftrettung gGmbH, die ein Tochterunternehmen der gemeinnützigen ADAC Stiftung ist, fast 1300 Menschen – darunter rund 160 Piloten, etwa 600 Notärzte, 250 Notfallsanitäter (TC HEMS) und 150 Techniker.

 

Mit mehr als 50 Rettungshubschraubern und 37 Stationen ist die gemeinnützige ADAC Luftrettung eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. Die ADAC Rettungshubschrauber gehören zum deutschen Rettungsdienstsystem und werden immer über die Notrufnummer 112 bei der Leitstelle angefordert und sind im Notfall für jeden Verunglückten oder Erkrankten zur Stelle. „Gegen die Zeit und für das Leben“ lautet der Leitsatz der ADAC Luftrettung gGmbH. Denn gerade bei schweren Verletzungen oder Erkrankungen gilt: Je schneller der Patient in eine geeignete Klinik transportiert oder vor Ort vom Notarzt versorgt wird, desto besser sind seine Überlebenschancen bzw. seine Rekonvaleszenz. Seit 2017 ist die ADAC Luftrettung ein Tochterunternehmen der ADAC Stiftung.