Verkehrs­sicherheits­programme für junge Erwachsene

WAM – Wait a minute

Nur eine Minute Unaufmerksamkeit im Straßenverkehr kann das Leben verändern. Deshalb hat der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e. V. WAM ins Leben gerufen: „wait a minute“ - nur ein Moment kann entscheidend sein! Auf Verkehrssicherheitstagen und bei verschiedenen Aktionen wollen wir junge Autofahrer davon überzeugen, genau die entscheidende Minute nachzudenken und so sicher ans Ziel zu kommen.

Das Risiko für einen jungen Fahrer zu verunfallen ist wesentlich höher als beim Rest der Bevölkerung. Die aktuelle Verkehrsunfallbilanz weist junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 Jahren als Risikogruppe aus. Hier setzt wait a minute –WAM – an.

Mit dem Ziel, die Unfallzahlen durch Information, Aufklärung und den Appell an den gesunden Menschenverstand zu senken und einen gezielten Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zu leisten. Wir greifen neben den Themen Alkohol und Drogen weitere Risikofaktoren wie Ablenkung, Übermüdung und Überschätzung auf. WAM soll informieren, sensibilisieren, aufklären und die Eigenverantwortlichkeit stärken.

Wie fühlt sich ein Überschlag an? Wie sieht ein Unfallauto aus? Wie lang ist der Bremsweg aus 50 km/h? Auf diese und viele weitere Fragen gehen wir mit bis zu neun praktischen Bausteinen bei der Sicherheitsaktion WAM ein.

Nach dem Prinzip des Stationenlernens können sich die Schülerinnen und Schüler an einem ganzen Thementag mit den Risikofaktoren im Straßenverkehr auseinandersetzen. Unser Anliegen ist es im Rahmen der obligatorischen schulischen Verkehrserziehung einmal jährlich einen Aktionstag zur Unfallprävention an interessierten Schulen durchzuführen.

WAM im Video

Unsere WAM Bausteine

Wir bieten praktische Bausteine an, um die Auswirkungen von Risikofaktoren wie beispielsweise Ablenkung oder Alkohol im Straßenverkehr "erfahrbar" zu machen. Alle Bausteine werden durch unsere speziell ausgebildeten Moderatoren durchgeführt. Durch kleine Gruppengrößen können die Moderatoren auf Erfahrungen und Fragen der Gruppe individuell eingehen. Wenn nicht anders angegeben, werden sie stationsbasiert im 45 Minutentakt durchgeführt.

Crashtestfahrzeug

Im Mittelpunkt des Bausteins steht ein unfallbeschädigter Pkw, der durch einen Crashtest deformiert wurde. Die Verformung des Fahrzeugs wird durch den Moderator ausführlich erläutert. Ein Crashtestvideo zeigt den Verlauf des Unfalls und das Ausmaß der Zerstörungen.

Bremsversuch

Bei einem Bremsversuch schätzen die Teilnehmer den Reaktions-, Brems- und Anhalteweg bei verschiedenen Geschwindigkeiten und erfahren eine Vollbremsung in einem Pkw. Deutlich wird, warum das Anschnallen und die Ladungssicherung so wichtig sind.

Überschlagsimulator

Hierbei handelt es sich um eine Pkw-Karosserie, die um ihre Längsachse gedreht werden kann. Die Teilnehmer steigen ein und gurten sich an. Das Fahrzeug wird langsam gedreht, bis die Insassen kopfüber in den Gurten hängen. Unter Anleitung des Moderators kann das Aussteigen demonstriert werden.

Ablenkungsparcours

Für diesen Baustein steht ein E-Kart aus dem Motorsport zur Verfügung, welches von den Teilnehmern sicher durch einen Parcours gesteuert wird. Die Teilnehmer durchfahren den Parcours dabei einmal ohne Handy und einmal mit Handy. Der Moderator erläutert Hintergründe und Auswirkungen des „Blindflugs“.

Recht und Verkehr

Ein ADAC Fachanwalt beleuchtet die strafrechtlichen und ordnungswidrigkeitsrechtlichen Auswirkungen eines Verkehrsunfalls anhand eines Fallbeispiels. Zum Abschluss diskutieren und bewerten die Teilnehmer das Fallspiel aus eigener Perspektive bzw. anhand eigener Erfahrungen.

Dieser Baustein dauert 90 Minuten.

PKW Sicherheitscheck

Um zu zeigen welches Risiko nicht verkehrssichere Fahrzeuge bergen, werden ausgewählte Schülerfahrzeuge auf die Hebebühne genommen und auf schadhafte Stoßdämpfer, Bremsen und Reifen untersucht. Hierdurch lernen die Schülerinnen und Schüler was bei einem Defekt passieren kann und warum die technische Wartung für die Verkehrssicherheit so wichtig ist.

Lärmversuch

Beim Lärmversuch schätzen die Teilnehmer die Lärmemissionen bei verschiedenen Geschwindigkeiten und Betriebszuständen eines Pkw. Die Schülerinnen und Schüler lernen, dass der Straßenverkehrslärm nicht nur gesundheitsschädigend ist, sondern auch zu Ablenkung führt.

Fahrversuch Fahrphysik

Mit den schülereigenen Fahrzeugen werden Auszüge aus einem Fahrsicherheitstraining absolviert, um die Auswirkungen von Kurvenfahrten und Gefahrenbremsungen aufzuzeigen. Ein Moderator vermittelt die technischen Hintergründe der Pkw-Sicherheitssysteme wie Sicherheitsgurt, ABS und ESP.

Dieser Baustein dauert etwa 4 Stunden mit maximal 10 Teilnehmern.

Fahrversuch Risikofaktoren

Unter Einfluss eines der Risikofaktoren Alkohol/Drogen, Ablenkung, Überschätzung oder Übermüdung erleben die Teilnehmer eine Selbsterfahrung hinter dem Steuer. Der zu thematisierende Risikofaktor wird im Vorfeld abgestimmt und festgelegt.

Dieser Baustein dauert etwa 4 Stunden mit maximal 10 Teilnehmern.

Das WAM Konzept

Unser Anspruch ist es, dass sich Schulen einmal jährlich mit dem Thema Verkehrssicherheit auseinandersetzen. Aus diesem Grund kommen wir gerne an Ihre Schule, um einen Aktionstag zur Unfallprävention durchzuführen. Das Konzept ist dabei modular angelegt, so dass variabel zwischen zwei und neun Bausteinen ausgewählt werden kann. Der Einsatz ist dabei an die nachfolgenden Anforderungen geknüpft.

Anforderungen

Die Zielgruppe

Die Sicherheitsaktion WAM richtet sich an Schülerinnen und Schüler im Alter von 17 bis 24 Jahren. Wir kommen an Oberstufen von Gymnasien und Gesamtschulen sowie berufsbildende Schulen in Sachsen-Anhalt und großen Teilen von Niedersachsen. Das Programm ist für Führerscheininhaber und Nicht-Führerscheininhaber gleichermaßen geeignet.

Die Schüleranzahl

Das Mindestprogramm von WAM ist für eine Schüleranzahl von mindestens 90 Schülerinnen und Schülern ausgelegt. In der Regel können an einem Schulvormittag 120 Schüler an der Sicherheitsaktion teilnehmen. Bei dem Einsatz aller neun Bausteine ist es möglich mit bis zu 180 Teilnehmern zu arbeiten.

Die Gruppenstärke

Um auf die Teilnehmer intensiv eingehen zu können, ist es notwendig mit kleinen Gruppen zu arbeiten. Die Gruppenstärke sollte daher zwischen 15 und 20 Personen liegen. Bei einzelnen Bausteinen können zwei Kleingruppen zusammengelegt werden.

Der Zeitbedarf

Der Aktionstag findet an einem Schulvormittag statt. In der Regel von der 1. bis zur 6. Unterrichtsstunde. Jeder Baustein ist als Unterrichtsstunde konzipiert und dauert daher 45 Minuten. Somit können die schuleigenen Unterrichtszeiten berücksichtigt werden.

Der Platzbedarf

Die Auswahl der Bausteine ist abhängig von dem zur Verfügung stehenden Platz und reicht von drei Parkboxen bis hin zu einem großen Schulhof/Parkplatz mit den Abmessungen von ca. 80 x 30 Metern. Für einzelne Bausteine wird ein Klassenraum mit Beamer benötigt.

Die Kosten

Der ADAC setzt sich gemäß seiner Satzung für die Erhöhung der Verkehrssicherheit ein. Daher ist die Durchführung der Sicherheitsaktion WAM für Schulen kostenfrei.

WAM Kooperationspartner

Schulisches Fahr­sicherheits­training

Wenn junge Fahrer in Unfälle verwickelt sind, liegt das häufig an mangelnder Erfahrung und Praxis. Hier setzt der ADAC Regionalclub Niedersachsen/Sachsen-Anhalt mit seinem Programm zum Schulischen Fahrsicherheitstraining an. Es enthält einige Elemente eines allgemeinen ADAC-Fahrsicherheitstrainings und soll die jungen Autofahrer für die Gefahren des Straßenverkehrs sensibilisieren und ihnen helfen, gefährliche Situationen zu meistern. Sie „erfahren“ im wahrsten Sinne des Wortes ihre Grenzen. In Theorie und Praxis lernen sie, wie weicht man vor einem plötzlich auftretenden Hindernis ausweicht, was man tun muss, wenn das Auto plötzlich ins Schleudern kommt.

In Niedersachsen wird das Programm in Kooperation mit dem Kultusministerium und der VGH Versicherung durchgeführt. In Sachsen-Anhalt unterstützen das Bildungsministerium und die Öffentliche Versicherung Sachsen-Anhalt (ÖSA) den ADAC.

An berufsbildenden Schulen und Gymnasien bildet der ADAC Lehrkräfte dazu aus, eigenständig Unterrichtsmodule zum Thema Fahrsicherheit zu entwickeln und durchzuführen. Die Veranstaltung ist als Lehrerfortbildung anerkannt und grundsätzlich dienstbefreiungsfähig. Voraussetzung ist, dass die Lehrkräfte die Mobilitäts- und Verkehrserziehung an ihren Schulen aktiv mitgestalten.

Alle notwendigen Formulare für Niedersachsen finden Sie gleich hier zum Download.

Abteilung Verkehr, Technik & Umwelt

Larissa Gogolin

Telefon: 05102 90-1133
larissa.gogolin@nsa.adac.de

Abteilung Verkehr, Technik und Umwelt

Felix Lasse Schmidt

Telefon: 05102 90-1134
felix-lasse.schmidt@nsa.adac.de