ADAC Wissenstest für Autofahrende

Niedersachsen ist Spitzenreiter, Sachsen-Anhalt das Schlusslicht

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Bundesweit konnten nur zwei Prozent der Befragten mehr als 80 Prozent der Fragen richtig beantworten

Einmal die richtigen Kreuze in der Führerscheinprüfung setzen und dann ein Leben lang Auto fahren, ohne das erlernte Verkehrswissen jemals wieder aufzufrischen? Offensichtlich nicht. In der bundesweiten ADAC Umfrage „Autofahrerwissen 2022“ werden teils große Wissenslücken bei Autofahrern und -fahrerinnen deutlich. Nur zwei Prozent der repräsentativ ausgewählten Befragten konnten die 20 Testfragen aus dem Katalog der Führerschein-Theorieprüfung zu mehr als 80 Prozent richtig beantworten. In Niedersachsen waren es immerhin drei Prozent, während es in Sachsen-Anhalt war es sogar nur ein Prozent waren.

Insgesamt führt Niedersachsen den Bundesländer-Vergleich mit durchschnittlich 10,3 richtigen Antworten an und liegt damit über dem bundesweiten Durchschnitt von 9,7 richtigen Antworten. Besonders gut lief es bei der Frage „Sie möchten nach links abbiegen. Wem müssen Sie Vorrang gewähren?“ sowie der Frage zum Promilleabbau. Diese beantworteten 86 Prozent bzw. 90 Prozent der Befragten aus Niedersachsen richtig (Bundesschnitt: 80 bzw. 86 Prozent). Bei vielen weiteren Fragen wie u. a. zum Reißverschlussverfahren (34 Prozent; Bund: 25 Prozent), dem Bremsweg (57 Prozent; Bund: 48 Prozent) sowie dem Seitenabstand beim Überholen von Fußgänger:innen oder Radfahrer:innen (35 Prozent; Bund: 32 Prozent) wurden große Defizite deutlich. Doch auch hier liegt Niedersachsen wieder auf den vorderen Plätzen.

Sachsen-Anhalt ist im Bundesländer-Vergleich mit durchschnittlich 9,0 richtigen Antworten das Schlusslicht und liegt damit unter dem bundesweiten Durchschnitt von 9,7 richtigen Antworten. Die besten Ergebnisse gab es noch bei der Frage zum Reißverschlussverfahren (21 Prozent) sowie der Frage zum Seitenabstand beim Überholen von Fußgänger:innen oder Radfahrer:innen (29 Prozent). Hier liegt Sachsen-Anhalt nur knapp unter dem Bundesschnitt von 25 Prozent bzw. 32 Prozent. Bei vielen weiteren Fragen wie u. a. „Sie möchten nach links abbiegen. Wem müssen Sie Vorrang gewähren?“ (71 Prozent richtig) oder der Frage zum Promilleabbau (78 Prozent richtig) schneidet Sachsen-Anhalt im Bundesvergleich (80 bzw. 86 Prozent) eher schlecht ab und liegt auf dem letzten Platz.

Bei der Frage „Welche Pkws, die eine ausgewiesene Umweltzone befahren, unterliegen der Kennzeichnungspflicht mit einer Feinstaub-Plakette?“ konnte keines der Bundesländer glänzen. Hier haben weniger als 10 Prozent aller Befragten die drei richtigen Antworten angekreuzt. Auch hier liegt Sachsen-Anhalt wieder mit 5 Prozent unter dem Bundesschnitt von 6 Prozent.

Als besonders bedenklich bewertet der ADAC die Tatsache, dass gerade diejenigen, die ihr Verkehrswissen viel besser als das der anderen einstuften, im Test schlechter abgeschnitten haben. Die Empfehlung an die Autofahrer:innen lautet, Kenntnisse über Verkehrsregeln und korrektes Fahrverhalten regelmäßig aufzufrischen – auch weil sich viele Regeln mit der Zeit ändern.

 

Über die ADAC Umfrage „Autofahrerwissen 2022“

Die Testpersonen mussten 20 Original-Prüfungsfragen beantworten, die sich auf häufige Unfallursachen im Fahrverhalten konzentrieren und auf Prüfungsfragen, die noch relativ neu im Repertoire sind, wie etwa Schutzvorschriften für Radfahrer oder Telefonieren im Auto. Befragt wurden insgesamt mehr als 3.500 Personen ab 17 Jahren, die einen Pkw-Führerschein besitzen und an mehr als drei Tagen im Jahr ein Auto benutzen. Unter den Teilnehmern waren viele routinierte Autofahrerinnen und Autofahrer: Zwei Drittel besitzen ihren Führerschein seit mehr als 20 Jahren, nur ein Prozent weniger als zwei Jahre. Mehr als die Hälfte fährt an mindestens 200 Tagen im Jahr mit dem Auto.

Detaillierte Infos unter http://www.adac.de/wissenstest-autofahrer

 

Quellennachweis: Fragen und Grafiken aus dem amtlichen Fragenkatalog zur Theoretischen Fahrerlaubnisprüfung von „TÜV|DEKRA arge tp 21“

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